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"Gangs" versus "Hangtime": Der Augenblick der Entscheidung

"Gangs" und "Hangtime": zwei deutsche Filme, das Thema Jugend und die traurige Gewissheit, dass an der Kinokasse nicht der Bessere gewinnen wird. Warum eigentlich nicht?

Von Sophie Albers

Die Welt ist nicht gerecht und das Leben nicht fair. Aber man wird sich doch noch darüber aufregen dürfen. Vor allem, wenn der Zuschauer 182 Minuten Lebenszeit im Kino verbringt, durchschnittlich zehn Euro pro Filmticket zahlt und noch mal genauso viel für Getränk und Popcorn. "Gangs" und "Hangtime" sind zwei Filme, die einiges über das deutsche Kino, seine Zuschauer und deren Steuergelder sagen. Beide erzählen von Brüdern, Leidenschaft und vom Aufwachsen in diesem Land. Doch sind es zwei Filme, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und da kommt die Ungerechtigkeit ins Spiel.

"Gangs"

Die Brüder Chris und Flo, den prügelnden Eltern entflohen, leben in einer Gang in Berlin. Chris, der ältere von beiden, saß als Drogenkurier im Knast. Als er rauskommt, will der Dealer sein Geld zurück. Während Chris mit Knarre Geld besorgen geht, verliebt sich Flo in ein Ballett tanzendes Mädchen aus gutem Hause. Die Geschichte ist nicht originell, aber dieser Clash der Schichten ja fast schon klassisch.

Doch hat "Gangs" ein schwerwiegendes Problem: Der Film nimmt nichts und niemanden ernst. Weder die Figuren, noch die Stadt, in der er spielt, noch die Geschichte, die er erzählt. Kein einziger Satz der Ochsenknecht-Kinder Jimi Blue (Flo) und Wilson Gonzalez (Chris) klingt natürlich, kein Blick wirkt echt. Jugendgewalt wird verniedlicht. Alles scheint überdreht, daneben und mit Filmnebel überzogen, der die traurige Wahrheit auch nicht überdecken kann: "Gangs" ist nichts weiter als ein Prominentenvehikel für die Ochsenknecht-Jungs, das warm und trocken auf dem Erfolgszug der "Wilde Kerle"-Filme weiterfahren will. Mit 2.217.822 Euro Fördergeldern ist ein weiteres ... ja, wie soll man es nennen... Merchandise-Kasperletheater entstanden. Am Ende von "Gangs" - wenn man aus welchen Gründen auch immer sitzen geblieben ist - möchte man seine Steuern zurück. Doch zum Glück gibt es "Hangtime". Und dann geht die Sonne auf - in Form eines Basketballs.

"Hangtime"

Wieder zwei Brüder, die Eltern tot, doch statt eines mordlüsternen Drogendealers ist es das Leben selbst, das Angst macht. Vinz hat gerade sein Abitur in der Tasche und will Profibasketballer werden. Von klein auf hat er auf dieses Ziel hin trainiert. Angespornt von seinem großen Bruder Georg, der nach dem frühen Tod der Eltern seinen Bruder großgezogen und deshalb den eigenen Traum der Basketballkarriere an den Nagel gehängt hat. Der Tristesse der Stadt Hagen, der Enge einer winzigen Hochhauswohnung und der Hoffnungslosigkeit eines Lebens, das nie richtig begonnen hat, gilt es zu entfliehen. Und das schafft "Hangtime" so echt und warm zugleich, dass man sogar den Ärger über "Gangs" vergisst.

Max Kidd spielt diesen Vinz, der entscheiden muss, was er eigentlich vom Leben will, mit einer Ruhe und Präzision, dass man hofft, ihn in Zukunft noch ganz häufig zu sehen. Misel Maticevic haucht Georg Leben ein mit der ihm eigenen Authentizität, die der Figur eine Oberflächenspannung verleiht, die über Jahre unter dem Deckel gehaltene Verzweiflung greifbar macht. Jede Nebenrolle ist so wunderbar besetzt, dass der Film bei all seiner Schwere nie aus dem Gleichgewicht gerät. Ja, das gibt es häufiger im deutschen Kino. Das kriegt nur kaum einer mit, weil diesen Filmen für lautstarkes Marketing meist das Geld fehlt.

Ein gutes Märchen

Ein gutes Märchen nimmt die Realität ernst. Auch im Kino. Walt Disney nannte das "Für jeden Lacher eine Träne", Tarantino hat für jeden noch so wortkargen Randcharakter eine komplette Biografie im Kopf, und beim Oscar-Märchen "Slumdog Millionaire" ist es der Sprung in die Kloake für die Leidenschaft.

Weil es Woche für Woche neue Märchen und auch immer mehr davon gibt, wird der Wettbewerb härter und schriller. Das sollte aber kein Grund sein, seine Ansprüche runterzuschrauben. Hangtime wird im Basketball der Moment genannt, der alles entscheidet. Demnächst auch an Ihrer Kinokasse.

"Hangtime" startet am 15. Oktober im Kino, "Gangs" ist seit dem 1. Oktober zu sehen

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