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"La vie d'Adèle" gewinnt die Goldene Palme Nach "Liebe" kommt lesbische Liebe


Der Hauptpreis des Filmfestivals von Cannes, die Goldene Palme, geht in diesem Jahr an den französischen Film "La vie d'Adèle" von Abdellatif Kechiche. Eine Naturgewalt von einem Liebesfilm.

Nach zwei Wochen des 66. Filmfestivals von Cannes, des Wartens, des Frierens, des Fühlens, der Enttäuschung, der Freude, des Schocks und gefühlten 50 Schokocroissants bleibt die Goldene Palme in Frankreich. Gewonnen hat die wunderbare Liebesgeschichte "La vie d'Adèle" von Abdellatif Kechiche.

Kechiche ("Couscous mit Fisch") präsentiert in fast drei Stunden, die sich allerdings nicht bemerkbar machen, ein überwältigend stark gespieltes Porträt einer jungen Frau, die an das Gute im Menschen und an die Liebe auf den ersten Blick glaubt. Adèle, gespielt von der Neuentdeckung Adèle Exarchopoulos, verliebt sich in Emma, und Kechiche verfolgt die Entwicklung dieser Liebe - von der Annährung bis zur Entfernung. Für Aufregung unter den Journalisten haben die expliziten Sexszenen gesorgt, die allerdings nie dem Voyeurismus, sondern immer der Authentizität der Geschichte dienen. Nach Michael Hanekes gefeiertem Film "Liebe", der im vergangenen Jahr die Goldene Plame gewonnen hat, ist wieder das größte der Gefühle der Star des Kinos.

Sprachlose Bérénice Bejo

Die französische Schauspielerin Bérénice Bejo, die in "The Artist" das kokette Starlet gespielt hat, ist als beste Darstellerin ausgezeichnet worden. Sie wurde für ihre Rolle einer Exiliranierin in Paris in dem Beziehungsdrama "The Past" geehrt. Es ist Asghar Farhadis Nachfolgefilm des Oscar-Gewinners "A Separation".

Die Palme für den besten Darsteller ging an den US-Schauspieler Bruce Dern für dessen Rolle in dem Vater-Sohn-Roadmovie "Nebraska". Der 76-jährige Hollywood-Veteran (Vater von Laura Dern) war bei der Zeremonie in Cannes nicht anwesend, für ihn nahm "Nebraska"-Regisseur Alexander Payne den Preis entgegen.

Die Coen-Brüder wurden für ihr wunderbares Folkmusik-Porträt der 60er "Inside Llewyn Davis" mit dem Grand Prix ausgezeichnet. Der Jury-Preis ging an das japanische Drama "Like Father, like Son".

swd/DPA/AFP DPA

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