"Raumpatrouille"-Darstellerin Eva Pflug ist tot


Für Eva Pflug war die Kult-Serie "Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion" Fluch und Segen zugleich. Millionen von Zuschauern fieberten mit ihr, wenn sie als attraktive, selbstbewusste Agentin durch die galaktischen Weiten düste. Am Mittwoch wurde die Schauspielerin tot in ihrer Münchner Wohnung gefunden.

Wie ein Sprecher sagte, wurde die Leiche der 79-Jährigen in der Nacht zum Mittwoch entdeckt, nachdem Nachbarn die Beamten gerufen hatten. Hinweise auf ein Fremdverschulden an dem Tod der Darstellerin hätten sich nicht ergeben.

Vor allem für junge Frauen war sie mit ihrem blonden Pagenkopf ein Idol. Da hatte selbst "Commander" Dietmar Schönherr so manches mal das Nachsehen. Als kühle Agentin Tamara Jagellovsk wurde sie berühmt - doch ihre TV-Karriere ging anschließend "den Bach runter", wie die Darstellerin vor ihrem 75. Geburtstag im Juni 2004 selbst sagte.

"Die Männer hatten Angst vor emanzipierten Frauen", vermutete Eva Pflug. In den männlichen Besetzungsbüros sei das offenbar nicht gerne gesehen worden. "Dabei war ich nie so 'ne Emanze wie in der Serie", bekannte sie anlässlich der Filmpremiere von "Raumpatrouille Orion" im Jahr 2003. Im mit Musik und Schnitt aufgepeppten "Producers Cut" ging die legendäre Orion-Crew in ihrem Raumkreuzer noch einmal auf Patrouille, doch die Schubkraft der 60er Jahre zündete auf der Leinwand nur mäßig.

Ihre Bühnenlaufbahn begann Schauspielerin, die zuletzt in Grünwald bei München wohnte, 1947 in ihrer Heimatstadt Leipzig. Es folgten Engagements in München, Köln, Frankfurt/Main und Berlin sowie bei Festspielen in Heppenheim, Jagsthausen und Ettlingen. In ihrer knapp 60-jährigen Theaterkarriere spielte Eva Pflug unter anderem das Gretchen in Goethes "Faust" und die Martha in Kleists "Der zerbrochene Krug". Für ihre Rolle in Brechts "Mutter Courage" bekam sie 1986 den Großen Preis von Bad Hersfeld. Außerdem glänzte sie in Shaws "Die heilige Johanna" und in Shakespeares "Was ihr wollt" und "Ein Sommernachtstraum".

Zwischen 1980 und 1985 stand Eva Pflug rund 700 Mal in Boulevard- Komödien auf den Bühnenbrettern, die sie meist den Fernsehkameras vorzog. Darüber hinaus saß sie häufig im Synchronstudio, unter anderem als deutsche Stimme von Julie Christie, Ursula Andress und Stephanie Forrester in der Serie "Reich und Schön".

Ein Wiedersehen an der Seite von Dietmar Schönherr konnten die Fernsehzuschauer vor vier Jahren erleben. Damals stand das Orion-Duo nach 38 Jahren in einem "Tatort" des Bayerischen Rundfunks mit Titel "Nicht jugendfrei" erstmals wieder vor der Kamera. Sie spielten zusammen mit Horst Sachtleben ein Rentner-Trio, das auf kriminellen Abwegen wandelt. Zuletzt war Pflug im Frühjahr im Fernsehen zu sehen: An der Seite von Thekla Carola Wied spielte sie in dem ARD-Film "1:0 für das Glück".

DPA DPA

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