"Road to Perdition" Der Vater ist ein Killer

Im Amerika der Depression verdient sich ein Familienvater mit Auftragsmorden für einen Gangsterboss sein Geld. Der Sohn kommt seinem Vater auf die Spur.

Es beginnt mit einer Beerdigung. Vater und Sohn stehen am offenen Sarg, Michael Sullivan (Tom Hanks) blickt den Junior Michael düster an, und der Elfjährige nickt in schweigendem Einverständnis. Früh lernt der Junge (Tyler Hoechlin) in Sam Mendes' Film "Road to Perdition" den Tod kennen. Noch bergen der Tod und die Rolle des Vaters dabei ein Geheimnis für den Jungen. Im Gegensatz dazu gelingt es Regisseur Mendes ("American Beauty") bereits in der ersten Szene, dem Zuschauer vor Augen zu führen, dass es in "Road to Perdition" nicht nur um eine Gangsterstory aus dem Amerika der 30er Jahre geht.

Ebenso düster ist die zweite Schlüsselszene: Die Mutter ruft zum Essen, und Sohn Michael geht den Vater holen. Durch einen Türspalt beobachtet er, wie dieser den schweren Revolver aus dem Halfter zieht und sorgfältig verschwinden lässt. Michael Sullivan Senior ist der Vater, der für seinen Sohn ein besseres Leben will: Gute Schulen, gute Ausbildung und eine ehrbare Familie. Der Junge soll es später einmal besser haben.

Doch zunächst sucht der Junge nur eins: Klarheit über die dunkle Rolle des Vaters. Eines Nachts versteckt er sich im Auto, als der Vater zu einem Lagerhaus fährt. Der Elfjährige beobachtet aus seinem Versteck einen Streit zwischen Männern, hört das Krachen der Schüsse und sieht, wie die Patronenhülsen dem Vater zwischen die Füße fallen. Der Vater als Killer, als "Hitman" der irischen Gangstermafia. Tom Hanks meint zu seiner Doppelrolle als Killer und Vater: "Verbrechen ist zwar sein Beruf, er tötet ohne Gnade, aber für die anderen ist er ein ehrbarer Mann, der sich um seine Familie kümmert."

Sein großer Gegenspieler ist der Chef der irischen Gangstermafia, gespielt von Altmeister Paul Newman. Auch der hat einen Sohn, einen missratenen allerdings, der den Vater betrügt und dann auch noch die Katastrophe auslöst, als er Sullivans Frau und dessen jüngeren Sohn umbringt. Der Rachefeldzug von Sullivan Senior beginnt, er verfolgt die Gangster über halb Amerika.

"Es handelt sich um einen Film mit viel Gewalt", meint Regisseur Mendes. "Zugleich eine Art Anti-Gewaltfilm und eine Liebeserklärung an die großen amerikanischen Gangsterfilme der 30er, 40er und der 70er Jahre." In den USA war "Road to Perdition" (Weg der Verdammnis) ein Kassenschlager. Über weite Strecken ist der Streifen perfekt inszeniert - doch vor allem wirkt er durch seine großen Kontrahenten Paul Newman und Tom Hanks. "In Filmen wie 'Bonnie and Clyde' und 'Der Pate' ist das Verbrechen oftmals romantisiert worden", meinte Tom Hanks. "Unser Film macht dagegen eher das Gegenteil."

Der düstere Film endet in gleißender Sonne am Meeresstrand, und beinahe scheint es, als hätten Vater und Sohn Sullivan nach ihrer Odyssee des Mordens und der Rache endlich Frieden gefunden. Doch auch der Vater und Killer bricht von Kugeln getroffen zusammen. Im Abspann fragt sich Sullivan Junior, wie er den Senior in Erinnerung behalten will: "Für mich war er immer nur mein Vater."

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