"S.W.A.T." Rabatz vor dem Fest


Zerberstende Windschutzscheiben, endlose Salven aus Maschinenpistolen, kreischende Frauen - die akustischen Signale der ersten Filmszenen von "S.W.A.T." geben den Ton für die zwei folgenden Kinostunden an.

Zerberstende Windschutzscheiben, endlose Salven aus Maschinenpistolen, kreischende Frauen - die akustischen Signale der ersten Filmszenen geben den Ton für die zwei folgenden Kinostunden an. "S.W.A.T. - die Spezialeinheit" ist hochkarätig besetzte Action in routinierter Form mit Samuel L. Jackson und Colin Farrell als Shooting Stars. Hinter all den zerschossenen Autos, Glasscherben und blutüberströmten Menschen verbirgt sich gleichwohl eine leise Geschichte um Freundschaft und die zweite Chance im Leben.

Vorbild: TV-Serie

"Der Film ist wirklich sehr realistisch", sagte Jackson bei einem Besuch in Berlin. "S.W.A.T." steht für "Special Weapons And Tactics" und ist - auch im wirklichen Leben - eine legendäre Polizeieinheit in Los Angeles. Inspiriert wurden Regisseur Clark Johnson und Produzent Neal H. Moritz von einer gleichnamigen Fernsehserie in den 70er Jahren.

Im Kino-Drama soll der Polizeiveteran "Hondo" Harrelson (Jackson) eine neue Truppe zusammenstellen und damit negative Schlagzeilen über die Polizei beenden. Er sucht sich - neben souveränen Kämpfern - ausgerechnet zwei aus, die der Vorgesetzte eigentlich gar nicht will: Jim Street (dargestellt von einem gestählten Colin Farrell) wurde ein halbes Jahr zuvor aus dem Team verstoßen. Und Chris Sanchez (ebenso fit: Michelle Rodriguez) kam trotz mehrerer Bewerbungen bislang nicht zum Zug, weil sie eine Frau ist.

Action satt

Das frische Team trainiert und schießt, bis es nach gut einer Filmstunde einen Großauftrag erhält. Der Drogenboss Alex Montel (Olivier Martinez) soll in ein auswärts gelegenes Hochsicherheitsgefängnis gebracht werden. Weil er bei seiner Festnahme jedem 100 Millionen Dollar versprochen hatte, der ihn rausholt, droht ein hochgefährliches Unterfangen. Längst ist dabei klar, dass die Gegner der Spezialeinheit weniger außerhalb, als vielmehr innerhalb der Polizei zu suchen sind. Das sorgt für immer mehr Konflikte, die gewohnt per Schusswechsel gelöst werden - "S.W.A.T." bietet bis zum Ende ein Feuerwerk für Augen und Ohren.

Der Film bemüht sich um Authentizität. Zwei Wochen lang besuchte die Crew die wirkliche S.W.A.T.-Schule in Los Angeles. Sie hätten dort gelernt zu schießen, Gebäude zu stürmen und sich schnell in der 15 Kilogramm schweren Spezialkleidung zu bewegen, erzählt Jackson. "Damit wir auch echt aussahen auf der Leinwand."

Der Umgang mit Waffen war Jackson gleichwohl nicht fremd. Nicht zuletzt war ihm 1995 als philosophierendem Auftragskiller in "Pulp Fiction" der Durchbruch in Hollywood gelungen. Bei "S.W.A.T." war er nach eigenen Worten der "Veteran am Set". Auch er habe jedoch viel Neues über die Superpolizisten gelernt und wisse nun, dass sie weit mehr seien als bloße Scharfschützen.

zwiti>Berater vom Fach

Ein ehemaliger S.W.A.T.-Kämpfer stand dem Team zudem etwa bei der Erstürmung eines Flugzeugs oder dem Beenden einer Geiselnahme als Berater zur Seite. Schlüsselszenen wurden so weit wie möglich an realen Plätzen in Los Angeles gedreht. Für die Szenen in den Abwasserkanälen der Stadt ließen die Produzenten zwei Wochen lang ein Kanalsystem bauen - mit Hilfe von so genannten Drainern, die zum Spaß illegal in Kanäle einsteigen, sich dort fotografieren und die Bilder mit verfremdeten Gesichtern im Internet veröffentlichen.

In einem Punkt aber weicht der Film entschieden von der Realität ab: Im wirklichen S.W.A.T.-Team in Los Angeles gibt es bis heute keine einzige Frau.


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