»SCHERBENTANZ« Katharsis und Hoffnung


»Scherbentanz« ist ein apokalyptischer Tanz auf dem Vulkan verlorener Illusionen - mit unberechenbaren und kompromisslosen Helden.

Nach seinem erfolgreichen Roman »Scherbentanz«, der im Frühjahr 2002 bei der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen ist, malt Drehbuchautor, Schriftsteller und Regisseur Chris Kraus das Inferno familiärer Bindung wie ein Menetekel an die Wand: unentrinnbar, grausam, zart und komisch. »Scherbentanz« ist ein apokalyptischer Tanz auf dem Vulkan verlorener Illusionen - mit unberechenbaren und kompromisslosen Helden.

Die tragikomische Familiengeschichte mit Jürgen Vogel, Nadja Uhl und Margit Carstensen in den Hauptrollen begeisterte beim »Filmfest München« Presse und Publikum und erhielt den Drehbuchpreis.

Jesko (Jürgen Vogel) ist Mitte 30 und leidet an Leukämie. Der exzentrische Modedesigner weiß, er hat nicht mehr lange zu leben. Er panzert sich mit Zynismus, Herrenröcken und bitteren Witzen. Dennoch erscheint er zum Fest anlässlich der Firmenübergabe an seinen Bruder Ansgar (Peter Davor) in der ländlich-protzigen Familienvilla. Dort erwartet ihn eine böse Überraschung. Ein vom Vater (Dietrich Hollinderbäumer) beauftragter Detektiv entdeckte die verschollen geglaubte und völlig verwahrloste Mutter (Margit Carstensen) in einem Obdachlosenasyl. Sie ist die Letzte, die noch als Knochenmarkspenderin in Frage käme. Aber Jesko will sich nicht von der Frau das Leben retten lassen, die ihm die Kindheit zerstört hat. Seit zwanzig Jahren haben die Söhne sie nicht mehr gesehen.

Nun müssen sie sich der Vergangenheit stellen, den Verletzungen der Seele, die nie heilen, sondern nur vernarben. Und manchmal wieder schmerzhaft aufbrechen. So wie jetzt. Verzweifelt ringen sie in all dem Irrwitz um ein Stück Wahrheit. Am Ende stehen Schuld und Sühne, Tod und Leben, der quälende Abschied von der Jugend. Und nach der Katharsis keimt ein wenig Hoffnung. Auf die Zukunft. Auf die Liebe. Irgendwie.


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