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"Jenseits der Spree" Jürgen Vogel als Ermittler wider Willen – lohnt sich der neue Freitagskrimi?

"Jenseits der Spree"
Robert Heffler (Jürgen Vogel) und die junge Kriminalhauptkommissarin Kay Freund (Seyneb Saleh) ermitteln in der neuen ZDF-Reihe "Jenseits der Spree".
© Oliver Feist / ZDF
In der ZDF-Krimireihe "Jenseits der Spree" spielt Jürgen Vogel einen gebrochenen Ermittler, der sich zu neuen Einsätzen überreden lässt. 

Der Krimi-Boom im deutschen Fernsehen nimmt kein Ende. Da es mittlerweile fast keinen bekannteren Schauspieler gibt, der noch nicht irgendwo auf den vielen Kanälen einen Kommissar spielt, hat das ZDF für die neue Reihe "Jenseits der Spree" nun Jürgen Vogel verpflichtet. Der hat im TV schon fast alles einmal gespielt - ein festes Engagement als Ermittler fehlt ihm noch in seiner Sammlung.

Und weil gebrochenen Charaktere derzeit angesagt sind, kann die neue Figur nicht einfach so den Dienst antreten, sondern bekommt eine Vorgeschichte auf den Leib geschrieben (Buch: Felix Benesch), die in drei kurzen Sequenzen erzählt wird: Die erste Szene zeigt den von Jürgen Vogel gespielten Robert Heffler mit gezückter Waffe bei einem gefährlichen Einsatz - der gründlich daneben geht und bei dem durch Hefflers Verschulden ein Kind ums Leben kommt.

Die zweite Szene springt drei Jahre nach vorn in die Gegenwart. Heffler ist jetzt Polizist im Innendienst - und alleinerziehender Vater. Damit das der Zuschauer sofort versteht, sitzen seine zwei Töchter ebenfalls auf der Dienststelle. Schon da knirscht es arg, was die Plausibilität angeht.

Jürgen Vogel als Robert Heffler

Die dritte Szene vervollständigt das Bild: Wir sehen Robert Heffler, wie er im Garten seines Hauses Kohlrabi erntet. Weil niemand einen gärtnernden Familienvater im Innendienst sehen will, lässt sich Heffler nach ganz zarter Gegenwehr ("Auf gar keinen Fall") wieder in den Außendienst versetzen.

Und schon sehen wir den Ermittler an seinem ersten Tatort am Spreeufer, wo er die neue Kollegin Kay Freund (Seyneb Saleh) kennenlernt, die ebenfalls keine ganz unproblematische Vorgeschichte hat: "Ich bin die Zwangsversetzte", stellt sie sich vor, und da ahnt man schon, dass diese zwei Menschen eigentlich perfekt zusammenpassen. Sie wissen es nur noch nicht.

Ergänzt wird das Team von Simon Asmus (Oleg Tikhomirov), der von einem LKW überfahren wurde, und nun auf Krücken durchs Kommissariat humpelt. Bis die drei zu einer funktionierenden Einheit werden, geht allerdings jede Menge schief. Zunächst lassen sich Heffler und Freund mit einem billigen Trick in einem Fahrstuhl einsperren - und müssen sich zu ihrer Blamage von den herbeigerufenen Kollegen befreien lassen.

Zunächst vier Folgen von "Jenseits der Spree" 

Dann geht es aber endlich los mit dem eigentlichen Fall: Der Tote war erst kürzlich nach Deutschland gekommen und hatte zuletzt illegal in einer Spedition gearbeitet. Nach und nach entblättern die Ermittler eine abenteuerliche Geschichte, die auf mehreren Kontinenten spielt und in die Villa eines reichen, aber totkranken Berliners führt. Viel Rambazamba für knapp 60 Minuten.

Am Ende stehen Heffler und Freund am Ufer der Spree, dort wo alles begann, und lassen ihren ersten Einsatz Revue passieren: "Was für 'ne Scheiße", entfährt es Kay Freund. "Sowas von", stimmt ihr der von Jürgen Vogel gespielte Ermittler zu.

Vielleicht ein Tick zu hart, das Urteil.

Von "Jenseits der Spree" gibt es zunächst vier Folgen. Ab dem 24. September jeweils freitags um 20.15 Uhr im ZDF.


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