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25. Münchner Filmfest: "Wir brauchen kein Pseudo-Hollywood"

Auch zu seinem 25. Bestehen schreibt das Münchner Filmfest Geschichten abseits des Kinos: Senta Berger kriegt was auf die Nase, Werner Herzog äußert Mordabsichten und Joachim Król steuert ein Floß. stern.de hat sich auf die Spuren eines etwas anderen Festivals begeben.

Von Sylvie-Sophie Schindler

Wenn in München die Abkürzung OB fällt, weiß ein jeder, dass kein Tampon gemeint ist. Der OB, das ist Münchens Oberbürgermeister, der Herr Christian Ude. Kein nimmermüder Partybär wie Klaus "Wowi" Wowereit, aber doch langzeiterprobt im Promi-Busserln. Senta Berger wurde am Freitagabend, bei der Eröffnung des 25. Münchner Filmfests, ganz exklusiv begrüßt: bajuwarische OB-Nase reibt zartes Schauspielerin-Stupsnäschen. Gewöhnungsbedürftig. Aber, hey, die Eröffnungsfeier im Künstlerhaus am Lenbachplatz ist kein Staatsempfang und schon gar nicht der Auftakt der Berlinale.

Überhaupt: Vergleiche mit dem Glamour-Festival in der Bundeshauptstadt werden nicht gerne gehört. "Wir brauchen hier kein Pseudo-Hollywood", wetterte Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff im Festsaal des oberen Stockwerks. Der Regisseur, der dieses Mal mit der Liebesgeschichte "Ulzhan" vertreten ist, gehört zu den Gründungsvätern des Filmfests München und rührt dafür seit 25 Jahren die Blech-, äh, Werbetrommel.

Prosecco statt Champagner

Seine lakonische Hymne an das Festival entlang der Isar hört sich an wie ein einfältiger 70er-Jahre-Werbeslogan für Bier: "Gemütlich. Bodenständig." Dazu passt: Catering-Mitarbeiter bieten nicht etwa Kaviar-Canapées an, sondern Eiskonfekt in der Papp-Schachtel. Statt Champagner gibt es Prosecco. Schauspielerin Dana Vávrová kommt nicht in pompöser Glitter-Robe, sondern hat ein cremefarbenes Strickmäntelchen übergezogen. Festivalleiter Andreas Ströhl setzt gar nicht erst bedeutungsvolle "Wir-müssen-den-Deutschen-Film-retten"–Blicke auf, sondern springt mit einer Gitarre auf die Bühne: "Come On Baby, Light My Fire." Sakradi! Das ist dieses Auf-Du-und-Du-Gefühl, das alle an diesem Festival lieben.

Es ist dieselbe heimelige Atmosphäre, die sich um weit nach Mitternacht auf Betriebsfeiern einstellt, wenn der Chef seinen Mitarbeitern anbietet: "Ich bin der Hans-Jürgen. Prost." Zugegeben, dass Veronica Ferres einem das Du aufdrängt, wird, bei aller Gemütlichkeit, so schnell nicht passieren. Aber immerhin, es kann vorkommen, dass die Ferres im Kinosaal neben einem sitzt, so ganz ohne einstudierte PR-Sätze und Roter-Teppich-Maskerade. Die Lässigen, die sich die Armlehne mit der Blondine teilen, tun natürlich so, als würden sie schon immer neben der Ferres sitzen. Sie wühlen angestrengt in ihrer Popcorntüte - und schweigen.

Hier tummeln sich die Stars von morgen

Dabei gilt: unbedingt mit dem Sitznachbarn einen Smalltalk anfangen. Oder mit dem kassenbebrillten Typ, in Holzfäller-Hemd und Kordhose, der durch das Foyer schlappt. Oder mit der überdrehten Göre, die aussieht wie eine Kreuzung aus P1-Nobel-Schickse und Prenzlauer-Berg-WG-Mitbewohnerin. Womöglich kommt einer von denen im nächsten Jahr wieder - mit einer Entourage von Bodyguards. Willkommen in der weiß-blauen Traumfabrik: Auf dem Filmfest München tummeln sich Stars von morgen. "Gehen Sie mit den Leuten einen Kaffee trinken, sonst bereuen Sie es", warnt Festivalleiter Andreas Ströhl. Kurz vor ihren großen Karrierestarts waren beispielsweise Robert de Niro, Salma Hayek oder Quentin Tarantino hier - weitgehend unbeachtet. Hilary Swank tanzte ausgelassen in der benachbarten Muffathalle, Leonardo DiCaprio zog 1995 alleine durch die Münchner Clubs.

Dass zukünftige Weltstars das Festival unbehelligt überstehen, hat folgenden Grund: Das Filmfest München gilt seit jeher als Mekka für die American Independents. Ein Vertreter, der Regisseur Richard Linklater, wurde 1990 mit "Slacker" entdeckt. Ein paar Kinokassenfüller ("Before Sunrise", "Fast Food Nation") später, kommt er zum Jubiläum wieder an die Isar zurück, ihm ist eine Werkschau gewidmet.

Seit 1983 wurden auf dem Filmfest München rund 4000 Spiel-, Dokumentar- und Fernsehfilme in internationaler, europäischer oder deutscher Erstaufführung vorgestellt. Ein Großteil der Filme stammt von Nachwuchsregisseuren, die ihre Debütfilme zeigen. "Nachwuchs und Publikum schließen sich eigentlich aus", sagt Andreas Stöhl. "Insofern ist das Münchner Filmfest eine Sensation." Rund 60.000 Besucher kommen jedes Jahr, im Vertrauen auf die Auswahl der siebenköpfigen Jury. "Wir sind hart und ungerecht", sagt Ströhl. "Damit machen wir uns jedes Jahr neue Feinde." Vor allem unter den Produzenten. Das 25. Festival präsentiert 234 Filme aus 40 Ländern. Als Eröffnungsfilm lief "The Band's Visit". Der israelische Regisseur Eran Kolirin erzählt darin die Geschichte eines ägyptischen Polizeiorchesters, das in einem desolaten Wüstenstädtchen strandet.

Anders als auf der Berlinale laufen die Filme nicht im Wettbewerb. Um den Nachwuchs zu fördern, werden zwölf Preise im Gesamtwert von über 100.000 Euro verliehen. Unter anderem der begehrte Shocking Shorts Award, der eine Regie-Hospitanz in den Universal Studios Hollywood garantiert. Vor sieben Jahren ging dieser Preis an den heutigen Oscar-Gewinner Florian Henckel von Donnersmarck. Sein ausgezeichneter Schwarz-Weiß-Vierminüter "Dobermann" erzählt von einem Spaziergänger, der von lästigen Hunden gestört wird - das Bellen der anderen.

Konkurrenz aus Hamburg

Zurück zu den Anfängen. Geködert von den Angeboten der anderen zogen die Regisseure des Neuen Deutschen Films, wohnhaft in München, im Jahr 1982 gen Hamburg. Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Co. setzen sich, ausgerüstet mit Bierkästen, in den nächst besten Zug und fuhren los. Stinksauer. Denn: In München, Deutschlands Filmstadt Nummer Eins, hatte man ein Filmfest initiiert - ohne die Regisseure in die Planung miteinzubeziehen. Hamburg sah seine Chance und lockte mit einem eigenen Filmfest. "Natürlich wollten wir nicht ernsthaft dorthin", erzählt Schlöndorff. "Wir wollten zeigen, dass man das mit uns nicht machen kann." Die Aktion zeigte die erwünschte Wirkung. Als der damalige Berlinale-Chef Wolf Donner sein Festival von Juni in den Februar verlegte, schnappten sich die Münchner den Juni-Termin und starteten 1983 neu.

Ans Ruder dürfen Regisseure auch bei der inzwischen etablierten Isar-Floßfahrt. Schauspieler sind ebenfalls mit von der Partie, wie etwa Joachim Król, der sich mit seiner Familie für die Dauer des Filmfests eine Ferienwohnung angemietet hat. Werner Herzog hingegen lässt das Floß fahren lieber sein. Wer weiß, wie lange er das aushalten würde. "Ich mag keine Menschenmassen. Ich mag keine Festivals", sagte er am Rande der Eröffnungsfeier. München widmet Herzog eine Retrospektive, 50 Filme, vier davon werden erstmals in Deutschland gezeigt. In wenigen Tagen schon zieht es Herzog nach Rom, zur Hochzeit seines Sohnes. Einzig fehlen werden ihm die bayerischen Brezeln "mit den extra groben Salzkörnern", Butter, Weißbier. "Dafür würde ich sogar einen Mord begehen", sagt er.

So ganz will das Münchner Filmfest, das noch bis Samstag, 30. Juni läuft, übrigens nicht auf Glamour à la Hollywood verzichten: Unter anderem werden Kevin Kline und Christina Ricci erwartet. Ihr Vorteil: auf dem roten Teppich werden sie dank überschaubarer Promi-Dichte garantiert nicht übersehen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(
  • Sylvie-Sophie Schindler