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Action! - Neu im Kino: Die unfassbar brutale Liebe

Michael Hanekes Meisterwerk über ein altes Liebespaar? Milla Jovovichs fünfte Zombieschlacht? Oder doch lieber Sophie Marceau in Strapsen? stern.de präsentiert die Filmstarts der Woche.

Von Sophie Albers

"Liebe"

Kinotrailer: "Liebe"

Regie: Michael Haneke
Darsteller: Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert

Michael Haneke will keine Antworten, er stellt Fragen. Damit macht er seit Jahren seine Zuschauer verrückt, wütend, verblüfft, unglücklich, nachdenklich und vor allem schlauer. Einen Haneke-Film nimmt man fürs Leben mit. Es ist nur äußerlich eine Verschnaufpause, wenn der neue Film "Liebe" heißt und von einem alten Ehepaar berichtet, das bis zum ganz wahren Ende beisammen ist - körperlich, vor allem aber im Kopf. Noch nie wurde in aller Konsequenz erzählt, was "Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende" eigentlich heißen soll. Das hat der geniale Haneke ("Das weiße Band") nun getan: Anne und George (atemberaubend: Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva) sind ein Leben lang zusammen gewachsen, haben als Musikprofessoren ein gutes, erfülltes Leben gelebt, haben eine Tochter, die erkennen muss, dass sie die Liebe, die die Eltern haben, nie gefunden hat. Dann bricht die kleine Welt, in der zwei Menschen sich wirklich lieben, zusammen, als Anne mehrere Schlaganfälle bekommt. "Wie gehe ich mit dem Leiden eines Menschen um, den ich liebe", sei seine Frage gewesen, hat Michael Haneke im Interview mit stern.de gesagt. "Liebe" ist der zärtlichste Film, den der Österreicher mit dem weißen Bart je gemacht hat, und der Zuschauer muss in der schönen Pariser Wohnung bleiben, in der Anne und George ihre Liebe gelebt haben - bis zum Schluss. Das scheint unerträglich, ist jedoch viel spannender als jeder aktuelle Hollywood-Thriller. Haneke ist nichts für Angsthasen - so wie das Leben.

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"Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt"

Kinotrailer: "Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt"

Regie: Lorene Scafaria
Darsteller: Steve Carell, Keira Knightley, Melanie Lynskey

Im Kino haben schon verdammt viele Asteroiden tödlichen Kurs auf die Erde genommen - von "Armageddon" bis "Melancholia". Aber noch nie hat ein Regisseur das Ende der Welt zum Anlass für eine romantische Komödie genommen. In "Auf der Suche nach einem Freund für das Ende der Welt" treffen Kuschelkomiker Steve Carell und Rehauge Keira Knightley in diesen letzten Tagen aufeinander und versuchen, bis zum Ende mit würdevollem Lächeln durchzuhalten. Das ist zuweilen zuckersüß, aber auch eine immer wieder interessante Fragestellung: Wenn du wüßtest, dass die Welt in ein paar Wochen untergeht, was würdest du tun?

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"Gregs Tagebuch 3: Ich war's nicht"

Kinotrailer: "Gregs Tagebuch 3: Ich war's nicht"

Regie: David Bowers
Darsteller: Zachary Gordon, Robert Capron, Devon Bostick

Zum dritten Mal versucht ein Realfilm den Zauber von Jeff Kinneys gefeierter Comicromanreihe "Gregs Tagebuch" einzufangen, die vor allem von den Tiefen des Kinderalltags in einer ganz normalen amerikanischen Familie erzählt: verwöhnte Geschwister, zickige Mädchen, Bullies, nervige Eltern. Jedes Jahr ein Film, lautet offensichtlich die Devise, aber manchmal will gut Ding eben doch Weile haben. Wie Kinney selbst schon sagte: "Greg gehört mir nicht mehr". Computerspiele gibt es auch schon.

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"Und nebenbei das große Glück"

Kinotrailer: "Und nebenbei das große Glück"

Regie: James Huth
Darsteller: Gad Elmaleh, Sophie Marceau, Maurice Barthélémy

Nach "Auf der anderen Seite des Bettes" wissen wir, dass auch Sophie Marceau irren kann, was Drehbücher angeht. Aber "Und nebenbei das große Glück" rückt das schiefe Bild wieder ein bisschen gerade. Herrlich chaotisch-französisch-wild steigt die ewige Vic mal wieder in die Keller und Turmzimmer der Liebe, um die Aussicht zu genießen. Dass sie dabei mitunter wenig anhat, dürfte männliche Marceau-Fans glücklich machen. Für die weiblichen gibt es eine Frau zu sehen, die es tatsächlich schafft, Frau, Freundin, Geliebte und Mutter unter einen verdammt hübschen Hut zu bringen. Marceau eben.

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"Resident Evil 5: Retribution"

Kinotrailer: "Resident Evil 5: Retribution"

Regie: Paul W.S. Anderson
Darsteller: Milla Jovovich, Sienna Guillory, Michelle Rodriguez

Alice geht mal wieder auf Zombie-Jagd, um das Böse endgültig zu vernichten. Allerdings hat man nach fünf Teilen von "Resident Evil" den Glauben an "endgültig" lange aufgegeben. Darum schert sich Regisseur Paul W.S. Anderson wunderbar wenig und geht in die Vollen, was seine Reihe so sympathisch macht. "Retribution" verabschiedet sich so weit vom zusammenhängenden Plot, dass der Film sich in aller schnell-geschnittenen Ruhe zu einer gewaltigen Horor-Action-Kampf-in-Unterwäsche-Orgie in 3D auswachsen kann. Und die Grande Dame der Cyberaction ist auch dabei: Michelle Rodriguez. Krawuuum!

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