Auftakt Glamouröse Zeremonie bei maximaler Sicherheit


Die Stufen zum Festivalpalais sind frisch mit rotem Filz belegt, Armeen von Polizisten und anderen Sicherheitskräften haben alles im Blick: Die 56. Internationalen Filmfestspiele in Cannes haben begonnen.

Die Stufen zum Festivalpalais sind frisch mit rotem Filz belegt und penibel gesaugt, Armeen von Polizisten und anderen Sicherheitskräften haben ein wachsames Auge auf alles, was sich auf den Straßen, im Meer und am sonnigen Himmel bewegt: Mit glamourösem Protokoll unter maximalen Sicherheitsvorkehrungen haben die 56. Internationalen Filmfestspiele in Cannes am Mittwochabend begonnen.

Die ersten kamen schon morgens

Zur Eröffnungsgala bekamen die Schaulustigen, von denen die ersten schon morgens um sechs ihre kleine Stehleiter und den Campingstuhl jenseits der Absperrungen aufgestellt hatten, einen kurzen Blick auf Stars und Sternchen. Aus Hollywood wurden die Schauspielerin Meg Ryan und der Regisseur Steven Soderbergh - beide Mitglieder der Wettbewerbsjury - erwartet, auch Arnold Schwarzenegger, Oscar-Preisträgerin Nicole Kidman und ihr Ex-Mann Tom Cruise sollten sich die Ehre geben. Letzterer weilt jedoch nicht an der Seite Kidmans in Cannes, sondern als Begleiter der schönen Penelope Cruz, die im Eröffnungsfilm "Fanfan la tulipe" (Fanfan, der Husar) die weibliche Hauptrolle spielt.

Schlechtester Eröffnungsbeitrag seit langem

Doch der französische Historienfilm von Gérard Krawczyk ist ein Fehlstart in die "Weltmeisterschaft des Kinos". Viele Kritiker waren sich nach der Pressevorführung einig, dass der vom französischen TV-Sender Canal Plus, einem wichtigen Festivalsponsor, koproduzierte Streifen der schlechteste Eröffnungsbeitrag seit langem war. "Fanfan" setzt auf wagemutige Fechtszenen und die Liebelei des Pärchens Vincent Perez und Cruz. Doch vor allem in der zweiten Hälfte rutscht die oberflächliche Komik unaufhaltsam ab in eine dümmliche Satire über altmodische Kriege, unfähige Könige und verwirrende Schlachten.

Extreme Sicherheitsvorkehrungen

Von diesen vergleichsweise simplen Gefahren und Herausforderungen der Kriege des 18. Jahrhunderts kann die Polizei in Cannes anno 2003 nur träumen: Die Vorkehrungen zur Sicherheit des Festivals seien seit den Anschlägen vom 11. September 2001 "auf dem absoluten Maximum", sagte der zuständige Koordinator André Trouvé. Nach dem jüngsten Anschlag in Saudi-Arabien lasse sich die Aufmerksamkeit kaum mehr steigern. Knapp tausend Beamte der nationalen und städtischen Polizei seien bis zum Abschluss am 25. Mai im Dauereinsatz, dazu kommen rund 500 Aufpasser im Dienst des Festivals und Hunderte von privaten Wachleuten bei den großen Hotels und als Bodyguards der Superstars und Schwerreichen.

Dritte "Fanafan"-Version enttäuschte

"Fanfan" ist nun schon die dritte Version der Geschichte des Husaren, der alle Herzen bricht. 1926 gab es einen Stummfilm nach den erfolgreichen Büchern, 1952 eine berühmte Schwarzweiß-Produktion mit Gérard Philippe und Gina Lollobrigida, heute 75 Jahre alt und damals als "schönste Frau der Welt" gefeiert.

Bullucci wäre würdige "Lollo"-Nachfolgerin

Eine würdige Nachfolgerin der "Lollo" wäre nicht die verträumte Penelope Cruz, sondern die Italienerin Monica Bellucci. Die von den Franzosen heiß verehrte Schauspielerin ("Malena") hat in den ersten Tagen des Festivals an der Cote d’Azur ein volles Programm. Als "Zeremonienmeisterin" sollte sie durch die Eröffnungsgala führen. Auf der Leinwand ist die 34-Jährige gleich an diesem Donnerstag in "Matrix Reloaded" zu sehen, der seit vier Jahren mit Spannung erwarteten Fortsetzung des Cyber-Blockbusters "The Matrix".


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