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Bayerischer Filmpreis 2010: Geschichtsdrama "Habermann" ist doppelt ausgezeichnet

Mit gleich zwei Auszeichnungen gehört das Geschichtsdrama "Habermann" zu den großen Gewinnern des Bayerischen Filmpreises 2010. Hauptdarsteller Mark Waschke wurde am Freitag in München zum besten Schauspieler gekürt und Juraj Herz für seine Regie ausgezeichnet.

Mit gleich zwei Auszeichnungen gehört das Geschichtsdrama "Habermann" zu den großen Gewinnern des Bayerischen Filmpreises 2010. Hauptdarsteller Mark Waschke wurde am Freitag in München zum besten Schauspieler gekürt und Juraj Herz für seine Regie ausgezeichnet. Den mit 100.000 Euro dotierten Produzentenpreis teilen sich die Filme "Wüstenblume" und "Der Große Kater". Als beste Schauspielerin wurde Barbara Sukowa für ihre Hauptrolle in "Hildegard von Bingen" ausgezeichnet. Der Ehrenpreis des bayerischen Ministerpräsidenten ging, wie schon bekannt, an den Regisseur Joseph Vilsmaier.

Zum besten Familienfilm wählte die Jury Michael Bully Herbigs "Wickie und die starken Männer". Wie er den Comic-Helden Wickie mit seinen Wikingerfreunden in atemberaubende Abenteuer schicke, sei ein hinreißender Kinospaß für Jung und Alt.

Den doppelt ausgezeichneten Film "Habermann" würdigte die Jury als ebenso spannendes wie erschütterndes Zeitdokument über die Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Krieg. Hauptdarsteller Mark Waschke verkörpere gekonnt den reichen Sägewerkbesitzer August Habermann, wie er "vom offenen, erfolgsgewohnten zum gebrochenen Menschen" werde. Regisseur Juraj Herz bringe das sensibel, ehrlich und klar auf die Leinwand. "So mutig und kunstvoll" müsse Geschichte erzählt werden, lobte die Jury.

Für die Verfilmung des Bestsellers "Wüstenblume" des äthiopischen Models Waris Dirie gewann Oscar-Preisträger Peter Herrmann den Produzentenpreis, weil er das traumatische und oft totgeschwiegene Thema der Beschneidung von Frauen einfühlsam umgesetzt habe. So sei "ein großer, mitreißender und tief berührender Film entstanden", ein "beeindruckendes Filmwerk zwischen schillernder Glamourwelt und archaischen Ritualen".

Der ebenso ausgezeichnete Film "Der große Kater" erzählt zwei Tage im Leben eines Spitzenpolitikers, der ohnmächtig das Sterben des eigenen Kindes erleben muss. Die Schauspieler Marie Bäumer und Bruno Ganz "entwickeln mit dem Mut zu leisen Tönen eine melancholische Reflexion über die Frage, was im Leben wirklich zählt", erklärten die Juroren.

Barbara Sukowa habe in der Rolle der Nonne Hildegard von Bingen die große Bandbreite ihrer Schauspielkunst erneut unter Beweis gestellt, entschied die Jury und zeichnete sie als beste Darstellerin aus. Mit Leidenschaft und Einfühlungsvermögen habe sie die historische Figur verkörpert: "Eine Frau, die ihrer Zeit weit voraus, emanzipatorisch dachte und handelte." Den Kameramann, Regisseur und Produzenten Joseph Vilsmaier ehrte Ministerpräsident Horst Seehofer als "Botschafter Bayerns. Er hat es wie kein Zweiter verstanden, den bayerischen Film in die Welt hinauszutragen", würdigte er Vilsmaier, dessen Bergsteigerdrama "Nanga Parbat" eben in die Kinos gekommen ist.

APN / APN