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59. Filmfestspiele in Berlin: Berlinale in der Krise

Die Spiele können beginnen. Wenn sich am 5. Februar für die 59. Internationalen Filmfestpiele Berlin der Vorhang öffnet, werden 18 Filme um die Bären konkurrieren. Doch trotz Stars und Glamour hat die Finanzkrise auch die Berlinale im Griff.

Es wird eine harte 59. Berlinale. Zumindest, was die Filme angeht. Die Aktualität der Themen wirkt fast ein bisschen gespenstisch: Gleich zur Eröffnung des Festivals lässt Tom Tykwers "The International" Clive Owen die Machenschaften einer internationalen Großbank aufdecken.

"Die Finanzkrise hat Auswirkungen auf das Berlinale-Programm", stellte Dieter Kosslick am Dienstag auf der Berlinale-Pressekonferenz fest. Viele Filme zeigten die Folgen des ungehemmten Wirtschaftswachstums und den darauffolgenden Absturz, so der Festivalchef. Zu sehen seien die Täter und Opfer von Globalisierung und Krieg. "Die Wirklichkeit hat die Fiktion in diesem Jahr eingeholt."

Von Kate Winslet bis Julia Jentsch

Trotz oder vielleicht auch gerade wegen der härteren Gangart wird der rote Teppich in diesem Jahr einiges aushalten müssen. Von Golden-Globes-Gewinnerin Kate Winslet, deren Film "Der Vorleser" das Filmfest schließt, über Michelle Pfeiffer ("Cheri"), Renée Zellweger ("My One And Only") und Demi Moore ("Happy Tears") bis zu Keanu Reeves (The Private Lives Of Pippa Lee"), Willem Dafoe ("The Dust Of Time") und Steve Martin ("Der rosarote Panther 2") reicht die Liste der internationalen Stars.

Die 26 Filme des Wettbewerbs, von denen 18 um den Goldenen und die Silbernen Bären konkurrieren, kommen aus 18 Ländern - von Iran bis Amerika. Der deutsche Film ist in diesem Jahr gut vertreten: Zwei Produktionen stehen im Wettbewerb - Hans-Christian Schmids "Sturm" und Maren Ades "Alle Anderen". Der Episodenfilm der deutschen Regie-Allstars von Fatih Akin bis Dany Levi "Deutschland 09" läuft außer Konkurrenz. Im Berlinale-Spezial-Programm werden der "Hilde Knef"-Film mit Heike Makatsch und eine "Effi Briest"-Verfilmung mit Julia Jentsch gezeigt. "Es gab dieses Jahr mehr deutsche Filme mit Wettbewerbs-Qualität als wir in den Wettbewerb nehmen konnten", sagt Kosslick und stellt dem deutschen Kino ingesamt ein gutes Zeugnis aus: "Die Stimmung ist gut, die Filme sind gut, die Schauspieler sind prima. Und die Leute gehen ins Kino".

Die Finanzkrise macht sich außerhalb des Programms bei der Berlinale selbst bisher nur marginal bemerkbar, wie der Festivalleiter jüngst im Interview bemerkte, doch auch die Organisatoren hätten den Gürtel etwas enger geschnallt. Und Berlinale-Sponsor VW hat die berühmt-berüchtigte Party "People's Night" abgesagt. Gefeiert wird aber trotzdem.

Die Berlinale feiert das internationale Kino von 5. bis zum 15. Februar

sal