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Ehrenbär für Andrzej Wajda: Der große Mann des polnischen Kinos

Er macht fast so lange Filme, wie es die Berlinale gibt: Der große polnische Regisseur Andrzej Wajda ist mit dem Ehrenbären ausgezeichnet worden - eine triumphale Rückkehr an das für ihn bedeutsame Berlin.

Von Carsten Heidböhmer

"Nach Berlin zu kommen hieß, in die Freiheit zu reisen": Für den polnischen Regisseur Andrzej Wajda war die Berlinale immer ein ganz besonderes Festival, wie er auf der Pressekonferenz anlässlich der Verleihung des Ehrenbären bekannte. "Berlin war früher der Ort der Freiheit, der am nächsten an Warschau liegt". Damit hebt der Regisseur die Bedeutung des Festivals für das Kino des früheren Ostblocks hervor. Wajda verbindet sehr viel mit der Berlinale, macht er doch beinahe so lange Filme, wie es diese Veranstaltung gibt. Die meisten seiner Filme liefen hier, und vor sechs Jahren gehörte er bereits der Berlinale-Jury an.

Angesichts der Tatsache, dass er demnächst 80 wird, war es höchste Zeit, ihm den Ehrenbären für sein Gesamtwerk zu verleihen. Wajda prägt das polnische Kino nun schon seit einem halben Jahrhundert. Gleich mit seinem zweiten Spielfilm wurde der Regisseur 1956 berühmt. "Der Kanal" erzählt von der tödlich endenden Flucht polnischer Widerstandskämpfer in der Kanalisation Warschaus. Als 30-jähriger Jungregisseur präsentierte er das Werk in Cannes - und wurde mit dem Regiepreis ausgezeichnet. "Kanal" beruht auf autobiografischen Motiven - als jugendlicher Meldegänger hatte er die polnische Untergrundarmee im Kampf gegen die deutsche Besatzung unterstützt. Diese Erfahrungen verarbeitete er auch in seinem folgenden Film "Asche und Diamant" aus dem Jahr 1958.

Umstrittene Filme über Polens dunkle Geschichte

Geboren wurde Wajda 1926 in Suwalki. Den Einmarsch deutscher Truppen erlebte er als 13-Jähriger, jäh endete seine Jugend. Auch in späteren Jahren ließen ihn die Kriegsjahre nicht los. Seine Werke wie "Warschauer Karwoche" oder "Korczak" über den Aufstand im Warschauer Ghetto und den polnisch-jüdischen Pädagogen Janusz Korczak waren jedoch nicht unumstritten. Zugleich legte Wajda auch dunkle Punkte in der polnischen Geschichte offen. So stellte er in einem seiner jüngeren Fernsehfilme die Kollaboration von Polen mit den nationalsozialistischen Besatzern in den Mittelpunkt.

Ständiger Ärger mit der Zensur

Ursprünglich wollte Wajda Maler werden, wechselte dann aber an die Filmhochschule in Lodz. In seinen Filmen setzte er sich nicht nur mit dem Zweiten Weltkrieg auseinander. Auch der Stalinismus in Polen fand bei ihm Widerhall - etwa im Film "Der Mann aus Marmor". Dadurch geriet er immer wieder mit der Zensur aneinander und musste zeitweise mit Aufführungsverbot kämpfen. An Emigration dachte Wajda jedoch nie – er sah sich als Patriot, der sein Land von innen heraus begleiten und verändern wollte.

Ehren-Oscar in Hollywood

Neben Ereignissen aus der polnischen Geschichte brachte Wajda auch einige literarische Werke auf die Leinwand - mit großem Erfolg. Für "Das gelobte Land" nach dem Roman des polnischen Literaturnobelpreisträger Wladyslaw Reymont wurde er für den Oscar nominiert, sein Alterswerk "Pan Tadeusz", das polnische Nationalepos, begeisterte Publikum und Kritiker gleichermaßen. In Deutschland wurde er einem größeren Publikum Anfang der 80er Jahre mit seiner Verfilmung von Büchners "Danton" bekannt, in der Gérard Depardieu die Hauptrolle spielte. 2000 ehrte ihn Hollywood mit dem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk.

Film als "Teil seines Lebens"

Nun hat ihn also auch die Berlinale mit einer Auszeichnung für sein Lebenswerk bedacht. Das ist allerdings noch nicht abgeschlossen: Derzeit dreht Wajda einen Film über das Massaker von Katyn - und arbeitet damit einen für sein eigenes Leben entscheidenden Vorfall auf. 1940 ermordete der sowjetische Geheimdienst in Katyn mehrere Tausend polnische Offiziere. Unter den Toten befand sich auch sein Vater. "Der Film ist ein Teil meines Lebens", sagte Wajda in Berlin. Wie kein Zweiter seines Landes verstand er es, genau dieses Leben auf die Leinwand zu bringen.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(