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DSDS: Daniel Küblböcks Revanche

Bei "Deutschland sucht den Superstar" schaffte es Daniel Küblböck nur auf Platz 3. Aber schon einen Monat nach Ende der Serie steht ihm der Erfolg ins Haus. Und wie ergeht es den anderen?

Einen Monat nach dem Finale der RTL-Musikshow "Deutschland sucht den Superstar" steigt der Drittplatzierte Daniel Küblböck nachträglich auf das Siegertreppchen. Die Karrierechancen für das "Phänomen" aus Eggenfelden stehen besser denn je. Daniel, der schrille Typ aus Niederbayern, hat mit seiner Single "You Drive Me Crazy" nicht nur den Sieger Alexander Klaws vom Chart-Thron gestoßen. Der 17-Jährige hat auch schon seinen ersten Werbevertrag in der Tasche - bei Müller Milch. Der nächste Schritt wird Küblböcks erstes Album sein.

Laut Philipp Zwez, Produktmanager bei der Plattenfirma BMG, kommt die CD im Mai in die Plattenläden. Der Konkurrenzkampf mit Alexander geht dann in die nächste Runde. Das Album des «Superstar»-Siegers wird Ende April veröffentlicht. "Ziehvater" Dieter Bohlen, der sowohl Daniel als auch Alexander produziert hat, kann sich nur freuen: "Die sind beide Superstars", sagte der Komponist und Produzent der dpa. "Aber Daniel ist für mich die schillerndste Persönlichkeit, die ich in diesem Business je kennen gelernt habe."

Woher kommt Daniels Erfolg?

Den Erfolg von Daniel Küblböck erklärt der Medienwissenschaftler Jo Groebel mit dessen "spezifischem Profil und seiner Erkennbarkeit". "Der Küblböck springt aus der Masse heraus, weil er den Typ des Abweichlers symbolisiert." Eine Rolle spiele auch die hohe Authentizität bei seinen Auftritten. "Das hat ihn zu einer unverwechselbaren Marke gemacht und die Dramaturgie der Superstar-Sendung hat dann eine hinreichend kritische Masse erzeugt, die dann die Musik auch kauft."

Die Zukunft der anderen Fast-Superstars ist ungewiss

Während Daniel und Alexander im Strom des schnellen Erfolgs schwimmen, verschwinden die anderen Gesichter und Namen von "Deutschland sucht den Superstar" langsam aber sicher aus dem öffentlichen Gedächtnis: Nektarios, Vanessa und Gracia sind aber immer noch nicht ganz aus dem Geschäft. Nektarios war laut BMG-Produktmanager Zwez schon im Studio. Was aus den "vielversprechenden Demos" wird, ist aber noch unklar.

Vanessas Karriere am ehesten greifbar

Auch mit Gracia Baur arbeitet BMG weiter zusammen. Bevor eine Single oder ein Album rauskommt, müsse aber erst der richtige Stil für sie festgestellt werden. Am meisten auf eine Karriere hoffen kann wohl die 17-jährige Vanessa Struhler aus Oberhausen, die zusammen mit dem Rapper Trooper Da Don einen Titel eingesungen hat, der noch im April veröffentlicht werden soll.

Wie die Karrierechancen für die zwei "Abtrünnigen", Superstar-Vize Juliette Schoppmann und Daniel Lopes, stehen ist unklar. Juliette wollte nicht mit Bohlen ins Studio und hat stattdessen in London Aufnahmen mit anderen Produzenten gemacht. Wann diese veröffentlicht werden, steht noch in den Sternen. Zu Daniel Lopes hat die Plattenfirma keinen Kontakt mehr. Nach seiner Abwahl durch die Zuschauer hatte Lopes Schummel-Vorwürfe gegen RTL erhoben. Mittlerweile hat er zwar Single und Album auf dem Markt - den großen Hit konnte er damit nicht landen.

Lukrativ erwies sich das Geschäft für Daniel und Alexander

Alexander und Daniel räumen dagegen jetzt auch finanziell richtig ab. Pro verkaufter Single verdienen sie laut Vertrag mit BMG 10 bis 15 Prozent am Abgabepreis, dem Preis den die Plattenläden für eine CD bezahlen. Bei mehr als einer Million verkauften "Take Me Tonight"-Singles und einem Abgabepreis von etwa vier Euro hat Alexander damit schon rund eine halbe Million Euro verdient und Daniel wird wohl nachziehen.

Am meisten klingelt die Kasse nach wie vor bei Bertelsmann. Der Medienkonzern verdient durch die Vernetzung von TV-Show, CD-, Zeitschriften- und Werbegeschäft kräftig an "Deutschland sucht den Superstar". Auch Erfolgsproduzent Bohlen kann sich die Hände reiben. Durch das "Superstar"-Konzept landete er innerhalb kürzester Zeit mit drei verschiedenen Produktionen in den deutschen Top Ten. Damit der Rubel weiter rollt, plant RTL für den Herbst die nächste Staffel von "Deutschland sucht den Superstar".