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Action: The Core

Das bildgewaltige Actionspektakel stolpert zwar über vulkangroße Löcher in der Logik. Wer aber Spaß an einem soliden Popcornfilm hat, lässt sich die schönen Effekte davon jedoch nicht kaputtmachen.

Großer Schreck im Actionkino: Der Erdkern dreht sich nicht mehr, er ist stehen geblieben. Prompt laufen die elektromagnetischen Felder Amok: Das Ende der Welt ist nahe. Um es abzuwenden, muss eine Hand voll Wissenschaftler in den Erdkern vordringen, um hier eine Atombombe zu zünden. Sie soll den Kern wieder in Drehung versetzen. Das bildgewaltige Actionspektakel stolpert zwar über vulkangroße Löcher in der Logik. Wer aber Spaß an einem soliden Popcornfilm hat, lässt sich die schönen Effekte des teuren Blockbusters nicht von der schnöden Wissenschaft kaputtmachen.

Der mutige Trupp, der sich da ins Erdreich aufmacht, ist gut besetzt. Neben Aaron Eckhardt gehen auch Delroy Lindo, Stanley Tucci und Alfre Woodard mit auf die Selbstmordmission. In einem flugs gebauten Erdwurm aus Metall - inklusive Laserfräse und Schutzschild gegen die Hitze - geht es auf ins Innere des Planeten. Wie gut, dass eine Space-Shuttle-Pilotin an Bord ist, die dazu in der Lage ist, das Erdschiff an Diamantenfeldern vorbei in die glühende Lava zu steuern.

Die größte Spannung des Films fällt ab, nachdem die Truppe erst einmal unter der Erde gekommen ist. Jetzt verkommt "The Core" zu einem 10-Negerlein-Film, bei dem sich ein Wissenschaftler nach dem anderen opfert, um die Mission nicht scheitern zu lassen. Zumindest sorgt DJ Qualls als pfiffiger Hacker für einige Humornoten im Film, der uns trotz Pärchenbildung selbst den dezentesten Kuss versagt.

Trotzdem: Trotz Längen und mieser Logik unterhält "The Core" problemlos. Die DVD bietet passend dazu ein glasklares Bild und einen infernalisch krachenden Sound. In den DVD-Extras lädt Regisseur Jon Amiel zum Audiokommentar. Zusätzlich gibt es ein Making of, ein Special zu den visuellen Effekten sowie entfernte und erweiterte Szenen.

Carsten Scheibe
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