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Eine Schauspielerfamilie: Götz Georges Elternhaus

Götz George entstammt einer großen Schauspielerfamilie. Sein Vater Heinrich George (1893-1946) war ein auch im wörtlichen Sinne gewichtiger Theater- und Filmschauspieler mit tragischem Ende.

Götz George entstammt einer großen Schauspielerfamilie. Sein Vater Heinrich George (1893-1946) war ein auch im wörtlichen Sinne gewichtiger Theater- und Filmschauspieler mit tragischem Ende. Der vielseitige, vitale und kraftstrotzende George war ungemein populär. Zu seinen berühmtesten Rollen gehörten der Götz von Berlichingen sowie Franz Biberkopf in der Alfred-Döblin- Verfilmung "Berlin Alexanderplatz" und "Der Postmeister" nach Alexander Puschkin.

Ähnlich wie Gustaf Gründgens oder Heinz Rühmann wurde George von den Nationalsozialisten umworben. Er ließ sich schließlich für Propagandafilme wie "Hitlerjunge Quex", "Jud Süß" und den Durchhaltefilm "Kolberg" missbrauchen. Von 1938 bis 1944 war der zum Staatsschauspieler ernannte George Intendant des Berliner Schiller-Theaters. Nach Kriegsende wurde er von den Sowjets verhaftet und im vormaligen Konzentrationslager Sachsenhausen nördlich von Berlin interniert, wo er am 26. September 1946 an den Folgen einer Blinddarmoperation starb.

Sein Vater sei nie ein Nazi gewesen, betonte Sohn Götz

Erst 1998 wurde er vom Moskauer Militärgerichtshof offiziell rehabilitiert. Im Oktober 1994 waren seine sterblichen Überreste aus dem anonymen Grab in einem Waldstück bei Sachsenhausen nach Berlin-Zehlendorf umgebettet worden, wo George nach eigenem Wunsch hatte bestattet werden wollen - unweit seines Wohnhauses und in der Nachbarschaft der Filmstadt Babelsberg, wo der Schauspieler viele seiner Ufa-Filme drehte.

Sohn Götz sparte damals nicht mit Vorwürfen, als er seinen Vater heimholte. "Als der Berliner Altbischof Martin Kruse am Grab über das Leben meines Vaters sprach, ging mir durch den Kopf, wie es eigentlich passieren konnte, dass ein Mann wie Heinrich George erst nach 48 Jahren ein anständiges Grab bekommt. Von Seiten der Bundesrepublik gab es auch nach dem Ende der DDR kein Interesse, einen der größten deutschen Schauspieler wieder heimzuholen." Sein Vater sei nie ein Nazi gewesen, betonte Sohn Götz. "Mein Vater hatte nicht die Möglichkeit, sich zu wehren, und ist schließlich früh gestorben, er hat wirklich bezahlt."

Georges Mutter war die Doyenne am Berliner Schiller-Theater

Heinrichs 1901 in Berlin geborene Frau Berta Drews war bis zu ihrem Tod 1987 die Doyenne am Berliner Schiller-Theater. Schon in den 20er Jahren war sie eine gefragte Darstellerin in Werken der zeitgenössischen Dramatik wie "Frühlingserwachen" und "Dreigroschenoper". Als Partner von Hans Albers feierte sie Anfang der 30er Jahre in Franz Molnars "Liliom" große Erfolge. Nach dem Krieg spielte sie am Schiller-Theater unter Intendanten wie Boleslaw Barlog, Hans Lietzau und Boy Gobert, aber auch im Film, Hörfunk und im Fernsehen haben sich Jahrzehnte lang Gesicht und Stimme "der Drews" dem Publikum eingeprägt, so als Oma Anna 1979 in Volker Schlöndorffs Verfilmung der "Blechtrommel" von Günter Grass.