EUROPÄISCHER FILMPREIS Die fabelhafte Welt der Franzosen


Die Verleihung des Europäischen Filmpreises wurde zu einem Fest für den franösischen Film. Allein »Die fabelhafte Welt der Amélie« wurde mit vier europäischen Oscars ausgezeichnet.

Der französische Film war der große Gewinner der Verleihung des europäischen Filmpreises in Berlin. »Die fabelhafte Welt der Amélie« gewann gleich in vier Kategorien und die Französin Isabelle Huppert wurde zur besten Schauspielerin gekürt. »Ich habe es immer geliebt, eine europäische Schauspielerin«, freute sich die 46-jährige Mimin. Auch Frankreichs Premier Jospin zeigte sich begeistert und sandte sofort seine Glückwünsche in die deutsche Hauptstadt. Er hatte auch allen Grund: Schließlich erhielt auch noch die französische Schauspielerin Juliette Binoche den Publikumspreis für ihre Rolle in »Chocolat« und der Regisseur Robert Guediguian den Europäischen Kritikerpreis.

Amelie auch in Hollyvood Favorit

Der Erfolg von »Die fabelhafte Welt der Amélie« war bereits im Vorfeld nahezu einmündig heraufbeschworen worden, hatte das zauberhafte Märchen doch europaweit Millionen von Zuschauern in seinen Bann geschlagen. Zurecht erhielt Jean-Pierre Jeunets Hommage an Paris den Preis für den besten Film, die beste Regie und die beste Kamera-Arbeit. Auch der Publikumspreis für die beste Regie ging an Jeunet. »In Europa habe ich viel mehr Freiheiten als in Hollywood«, sagte der 47-Jährige nach der Verleihung. Er wird auch in Hollywood als Favorit für den Auslands-Oscar gehandelt. »Amélie« hat immerhin weitere Glanzlichter wie »Bridget Jones Diary« und den deutschen Streifen »Das Experiment« ausgestochen.

Nur »Black Box BRD« geehrt

Als bester Schauspieler wurde der Brite Ben Kingsley geehrt. In der britisch-spanischen Koproduktion »Sexy Beast« ist er als psychotischer Gangster zu sehen. Es sei zwar ein Unterschied für ihn, ob er in einer amerikanischen oder europäischen Filmproduktion spiele, sagte Kingsley nach der Verleihung, »aber ich habe keine Vorlieben.« Der Schotte Ewan McGregor bekam den Preis in der Kategorie »Europäischer Beitrag zum Weltkino« für seine Darstellung eines liebeskranken Poeten im Kostümdrama »Moulin Rouge«. Das bunte Musical wurde gleichzeitig als bester nicht-europäischer Film ausgezeichnet. Einziger deutscher Preisträger der 16 Kategorien wurde »Black Box BRD« als bester Dokumentarfilm.

Für ihr Lebenswerk erhielt die britische Komikertruppe Monty Python den europäischen Oskar. Bekannt geworden ist das fünfköpfige Ensemble durch die TV-Serie »Monty Pythons Flying Circus« bevor ihre drei schwarzhumorigen Filmproduktionen ? »Die Ritter der Kokosnuss«, »Das Leben des Brian« und »Der Sinn des Lebens« ? auf der ganzen Welt für gute Laune sorgten. Wie vor zwei Jahren führte der britische Entertainer und Regisseur Mel Smith die 1.500 Zuschauer im Berliner Tempodrom schwungvoll durchs Programm. Seit 1988 wird die Auszeichnung abwechselnd in Berlin und einer anderen europäischen Metropole verliehen. Im nächsten Jahr geht es nach Rom.

Philip Stirm


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