Filmfestspiele von Venedig Jury wirft Goldenen Löwen in den Ring


Der Goldene Löwen hat die Jury der Filmfestspiele von Venedig an einen New Yorker Regisseur verliehen: Geehrt wurde Darren Aronofsky für sein Drama über einen alternden Ringkämpfer. Auch deutsche Erfolge sind zu verzeichnen - wenn auch nicht unbedingt die erwarteten

Der 39-jährige New Yorker Regisseur Darren Aronofsky hat beim Filmfestival in Venedig den Goldenen Löwen gewonnen. Er erhielt den Preis für seinen Streifen "The Wrestler" mit Mickey Rourke in der Hauptrolle als alternder Show-Ringer. Aronofskys Meditation über Erfolg und Scheitern war als letzter der insgesamt 21 Wettbewerbstreifen in das Rennen um den Goldenen Löwen des diesjährigen Festivals am Lido gegangen.

Auch deutsche Erfolge sind zu verzeichnen. So erhielt Regisseur Werner Schroeter, der mit dem Bürgerkriegsmelodram "Nuit de Chien" im Wettbewerb war, von der Jury unter Präsident Wim Wenders einen Spezial-Löwen für sein Gesamtwerk zuerkannt. Mit dem Sonderpreis der sieben Juroren wurde das äthiopische Epos "Teza" von Haile Gerima geehrt, das wie Schroeters Film einen deutschen Produktionsanteil hat.

Silberner Löwe an jungen Russen

Der Silberne Löwe für die beste Regie ging an den jungen Russen Alexej German Jr. für "Papiersoldat". Der Filmemacher schildert in seinem dichten Werk mit außerordentlicher Kameraführung und einer frischen, engagierten Darstellertruppe die letzten Vorbereitungen auf den ersten bemannten Weltraumflug.

Als bester Schauspieler wurde der Italiener Silvio Orlando ("Il papá di Giovanna") mit einer "Coppa Volpi" bedacht. Orlando spielt in dem bizarren Familiendrama von Pupi Avati einen Vater, der sich vor seine aus Eifersucht mordende Tochter stellt. Als beste Darstellerin galt der Jury die Französin Dominique Blanc, die in "L'Autre" von Patrick Mario Bernard und Pierre Trividic eine Frau spielt, die mit der von ihr selbst gewählten Trennung nicht klar kommt. Die beste schauspielerische Nachwuchsleistung sah die Jury des 65. Festivals in der Rolle, die Jennifer Lawrence in dem Streifen "The Burning Plain" des Mexikaners Guillermo Arriaga ablieferte.

Deutscher Beitrag geht leer aus

Der deutsche Wettbewerbsbeitrag "Jerichow" von Christian Petzold ging leer aus. Aber auch als Favoriten gehandelte Streifen wie Kathryn Bigelows Irak-Kriegsfilm "Hurt Locker", der japanische Animationsfilm "Ponyo on Cliff by the Sea" von Hayao Miyazaki und Jonathan Demmes Familiendrama "Rachel Getting Married" mussten sich dem Votum der Juroren beugen, die andere Filme bevorzugten.

Insgesamt waren drei deutsche Koproduktionen unter den 21 Wettbewerbsfilmen. Den bisher letzten "deutschen Löwen" gab es 1982 für "Der Stand der Dinge" von Wim Wenders. Das Filmfest in Venedig gilt neben Berlin und Cannes als das weltweit wichtigste Festival.

DPA DPA

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