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Kino-Pionier: Wer das Google-Doodle zu Georges Méliès mag, der sollte auch diesen Film ansehen

Google ehrt den französischen Filmpionier Georges Méliès mit dem ersten VR-Doodle in der Geschichte der bunten Google-Bildchen. Vor einigen Jahren drehte Martin Scorsese einen sehr sehenswerten Film, um den Meister zu ehren. 

Szene aus  Georges Méliès "Die Reise zum Mond"

Szene aus  Georges Méliès "Die Reise zum Mond", dem wohl berühmtesten Film des Franzosen. Martin Scorsese drehte mehr als 100 Jahre später eine Hommage an den Meister

Picture Alliance

Am 3 Mai 1912 feierte "Die Entdeckung des Nordpols", im Original "À la conquête du pôle", Premiere. Der bildgewaltige Film gehört zu den Meisterwerken des Franzosen Georges Méliès, der auch die Hauptrolle spielte. Méliès' bekanntester Film dürfte "Die Reise zum Mond" aus dem Jahr 1902 sein.

Der Filmpionier, der zwischen 1861 und 1938 lebte, gilt heute als Vater der Stop-Motion-Technik, des narrativen Films und Entwickler vieler Spezialeffekte. Seine Werke entführten die Zuschauer in fantastische Welten, die so vorher nie auf der Leinwand zu sehen waren. Google ehrt ihn heute mit dem ersten Virtual-Realitiy-Doodle überhaupt. Wer danach Lust auf mehr hat, dem sei - neben den eigenen Werken Georges Méliès' natürlich - Martin Scorseses "Hugo Cabret" empfohlen, eine Hommage an den Meister, die 100 Jahre nach "Die Entdeckung des Nordpols in die Kinos kam". Unten finden Sie eine Kurzkritik.

Martin Scorsese, bisher eher bekannt als Kultregisseur für hartes Kino wie "Taxi Driver", "Casino" oder "Departed", dreht einen Kinderfilm? In 3D? "Hugo Cabret" ist eine ziemliche Überraschung. Seine Tochter habe ihm das Buch empfohlen, hat Scorsese die ungewöhnliche Materialwahl erklärt. So ist ein opulenter, effektüberbordender Märchenfilm entstanden über einen Waisenjungen, der hinter der großen Uhr in einem Pariser Bahnhof lebt, und der das Geheimnis eines Automaten in Menschengestalt lösen will. Diese metallene Puppe ist das einzige, was ihm von seinem geliebten Vater geblieben ist.

Ben Kingsley spielt Georges Méliès

Das ist allerdings nur eine Seite der Geschichte, die so klischée- wie liebevoll umgesetzt hat. Denn auf dem Weg zur Wahrheit begegnet der verlassene Hugo einem Spielzeugladenbesitzer namens Papa Georges. Den spielt Ben Kingsley so bravourös, dass man den kitschigen Anfang sofort vergisst und einfach nur dankbar ist, dass Scorsese seine Leidenschaft für Filmgeschichte zu großem Kino gemacht hat. Papa Georges ist niemand anderes als Georges Méliès, Vater des fantastischen Kinos, dessen farbenfroh-emotional sprudelndes Werk einst vergessen wurde. Der nun aber wieder zu angemessenen Ehren kommt.

sal/rös
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