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Fernsehpreisverleihung Emmys für Winslet, Scorsese und die "Mad Men"


Wenn Hollywood-Größen sich für Fernsehproduktionen "herablassen" springen dafür nicht selten Lob und Preise dafür heraus. Die Preisträger der diesjährigen Emmy-Awards sind demnach also nur konsequent. Es gibt aber auch Dauerbrenner, gegen die die Konkurenz einfach machtlos zu sein scheint.

Wo auch immer sich Martin Scorsese seine gewonnenen Preise hinstellt, es muss wirklich hübsch aussehen. Neben seinen Oscar für "Departed - Unter Feinden" kann er sich auch eine der geflügelten Emmy-Statuen stellen. Scorsese wurde in der Nacht zum Montag in Los Angeles für die erste Staffel des Gangsterdramas "Boardwalk Empire" mit dem Fernsehpreis ausgezeichnet. Bei der Serie über über die Prohibition soll allein die Pilotfolge 18 Millionen Dollar gekostet haben.

Derweil kam es zwischen ihrem Kollegen Alec Baldwin und dem Sender Fox zum Eklat. Fox nahm einen Witz über den Abhörskandal um Rupert Murdoch aus der Aufzeichnung, die Baldwin zur Eröffnung der Gala zeigen sollte. Empört sagte der Schauspieler die Teilnahme an der dreistündigen Live-Sendung im Nokia Theater ab und informierte seine Fans über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Im Kopf-an-Kopf-Rennen um das beste Drama von 2011 errang "Mad Men" bereits im vierten Jahr den Sieg. Die Serie um eine New Yorker Werbeagentur in den 1960er Jahren läuft seit 2007 in den USA und seit 2009 auch in Deutschland. Das Nachsehen hatte "Boardwalk Empire", das "nur" mit 18 Nominierungen statt den 19 von "Mad Men" in die Ausscheidung gegangen war.

Alle Neune für Jon Stewart

Bei den Fernsehkomödien wiederholte die in Deutschland unbekannte Satire "Modern Family" ihren Erfolg von 2010. Außer dem Emmy für die beste TV-Komödie heimste die Geschichte vom bunten Alltag dreier Familien die beiden Nebendarstellerpreise ein. Sie gingen an Ty Burrell und Julie Bowen, die in "Modern Family" ein Ehepaar spielen. Weitere Preise wurden Regisseur Michael Alan Spieler und den beiden Drehbuchautoren Steve Levitan und Jeffrey Richman überreicht.

Das satirische "Nachrichtenprogramm" des Politkomödianten Jon Stewart ("The Daily Show With Jon Stewart") stach zum neunten Mal alle Konkurrenz aus, darunter auch die populäre Samstagabendshow "Saturday Night Life" mit Tina Fey. Kate Winslet ("Der Vorleser") setzte sich als Mutter, die in den Wirren der Weltwirtschaftskrise um die Liebe ihrer Tochter kämpft, in der HBO-Miniserie "Mildred Pierce" durch.

Aus Charlie Sheens tiefstem Herzen

Die Emmys wurden in einer schmissigen Show zum 63. Mal von der Amerikanischen Fernsehakademie verliehen. Durch das Programm führte die Schauspielerin Jane Lynch, die vor einem Jahr einen Emmy für ihre Rolle in der Musicalserie "Glee" entgegengenommen hatte. Zu den Promis, die die Gewinner bekanntgaben, gehörte auch Charlie Sheen.

Er ließ es sich nicht nehmen, seinen Kollegen von der Sitcom "Two and a Half Men" noch einmal offiziell Erfolg für die bevorstehende Saison zu wünschen - und zwar "aus der Tiefe meines Herzens". Ihm selbst war wegen Beleidigung des Produzenten der Stuhl vor die Tür gesetzt worden.

ono/DPA DPA

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