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Harald Juhnke: He did it his way

Selten war eine Schauspielerkarriere von so extremen Höhen und Tiefen geprägt wie die von Harald Juhnke. Der Tod ereilte ihn im Alter von 75 Jahren. Einer der besten Schauspieler Deutschlands starb als verwirrter Mann im Pflegeheim.

Allzu häufig hatte Juhnke bereits das Wechselbad von "Himmelhochjauchzend und Zu-Tode-betrübt" strapaziert, "Barfuß oder Lackschuh", wie der Entertainer gerne sang. Am Freitagmorgen starb er im Alter von 75 Jahren.

In den letzten Jahren seiner "Sieben Leben", wie er seine Memoiren nannte, machte Juhnke immer häufiger wegen seiner Alkoholexzesse Schlagzeilen. Nach dem letzten schweren Zusammenbruch im Sommer 2000 nach Dreharbeiten in Baden bei Wien machte er die längste Zwangspause in seiner Karriere durch, die trotz aller ärztlichen Bemühungen schließlich im Dezember 2001 in ein Pflegeheim für geistig verwirrte Menschen in Fredersdorf bei Berlin führte. Am 10. Juni 2004 wurde er - in Abwesenheit - in einer ZDF-Gala von Freunden und langjährigen Weggefährten zu seinem 75. Geburtstag geehrt.

"Weißt du überhaupt, wer ich bin?"

Seine Frau Susanne, die durch seine Krankheit beinahe am Ende ihrer Kräfte war, hatte sich einmal gefragt: "Ich weiß nicht genau, ob er überhaupt weiß, wer er eigentlich ist. Er spielt immer eine Rolle." Im Herbst 2003 veröffentlichte Susanne Juhnke ihre Memoiren, in denen sie ihren jahrelangen und schließlich vergeblichen Kampf um ihren Mann und gegen seine Alkoholsucht beschreibt. Es sind Erinnerungen an den geliebten Mann, vor dem sich die Frau zu Hause manchmal fürchten muss und der sie im Delirium auch mal anschreit: "Weißt du überhaupt, wer ich bin? Dein Mann? Ich bin Deutschlands größter Schauspieler!"

"Tingel-Tangel"-Leben, Klamottenfilme und Unterhaltungsshows wechselten in späteren Jahren mit darstellerischen Höhenflügen ab, die ihm endlich die ersehnte Anerkennung im Feuilleton brachten, und die doch seine immer häufiger werdenden Abstürze in Depressionen und Alkoholexzesse nicht verhindern konnten. Die Ärzte warnten ihn immer eindringlicher, der nächste Schluck könne der letzte sein. Doch die Warnungen verpufften.

Enfant terrible

Juhnke hatte als Enfant terrible und "blauer Bengel" stets für Schlagzeilen gesorgt. Es begann schon in den 50er Jahren, als Juhnke viele der "Quatschfilme" drehte, wie sie der frühere Generalintendant des Berliner Schiller-Theaters, Boleslaw Barlog, nannte und Juhnke dafür jovial von seinen Bühnenverpflichtungen befreite. Danach folgte eine erstaunliche Bühnenkarriere - in dem Musical "Irma la Douce" wurde 1962 der Showstar und Theaterschauspieler Juhnke entdeckt. Mit Franz Molnars "Liliom" (1970), Molière, Eugene O'Neill und Peter Turrini in den 80er Jahren gelang Juhnke zunächst tatsächlich der von ihm so lang ersehnte Sprung "von den Klatschspalten ins Feuilleton", wie er es einmal selbst formulierte.

Seine Fernsehkarriere begann Juhnke 1979 mit einem Rückschlag, als er die Peter-Frankenfeld-Nachfolge in der ZDF-Sendung "Musik ist Trumpf" offenbar nicht verkraftete. "Wieder war’s der Alkohol" lauteten die Schlagzeilen. Mitte der 80er Jahre trennte sich das ZDF von Juhnke, nachdem dieser Shows platzen ließ. Doch die ARD empfing den Entertainer mit offenen Armen. Das Fernsehen bediente er mit Shows und Serien. Seine brillant gespielte Rolle in Helmut Dietls Filmgroteske "Schtonk" (1992) um die gefälschten Hitler-Tagebücher war Juhnkes "seriöser Durchbruch" auch beim breiteren Publikum.

"I did it my way"

Mit Grit Boettcher war er in der ZDF-Sketchreihe "Ein verrücktes Paar" zu sehen; der Berliner Star spielte aber auch in mehr als 70 Kinofilmen mit. Das US-Branchenblatt "Variety" nannte ihn "die europäische Ausgabe von Walter Matthau" - "da is’n bisschen wat dran", sagte Juhnke erfreut. Selbstbewusst nannte er sich auch immer wieder in einem Atemzug mit Frank Sinatra und interpretierte dessen Welthit "I Did It My Way" (Ich ging meinen eigenen Weg) - "Sinatra von der Spree" wurde er auch genannt. 1993 erhielt Juhnke den Ernst-Lubitsch-Preis. Die Hauptrolle als rechtsextremer Demagoge in dem Film "Der Papagei" trug ihm den Bayerischen Fernsehpreis ein.

Ein Jahr später glaubte Juhnke, sein Alkoholproblem im Griff zu haben. Doch zum Jahresende posierte er wieder betrunken vor Fotografen und schloss sich mit einer 18-jährigen Schülerin in einem Hotelzimmer ein. Nach dem Boulevard-Klassiker "Sonny Boys" kam Juhnke sich und seinem immer wieder verdrängten Alkoholproblem im Sommer 1995 mit der Verfilmung von Hans Falladas "Der Trinker" sehr nahe. Damals sagte er: "Meine Karriere ist so weit oben wie noch nie. Es wäre doof, sie zu gefährden und in den alten Schlendrian zu fallen." Wenig später musste Juhnke wegen seiner Alkoholsucht jedoch wieder ins Krankenhaus.

1996 triumphierte Juhnke im Berliner Maxim Gorki Theater als "Hauptmann von Köpenick" von Carl Zuckmayer. Regie führte Katharina Thalbach. Im Januar 1997 holte Juhnke der Alkohol nach einem Zechgelage mit dem Rocker Udo Lindenberg wieder ein. Die Situation eskalierte, als Juhnke in einem Hotel in Hollywood angeblich einen farbigen Wachmann mit rassistischen Äußerungen beleidigt.

Am 17. August 1997 feierte Juhnke dann das Ende einer erfolgreichen Aufführungsserie des "Hauptmann" am Gorki Theater wieder mit Alkohol. Tagelang betrank er sich Juhnke in seiner Villa im Berliner Grunewald, umlagert von Journalisten. Bilder von Juhnke mit zerschundenem Gesicht - er war auf eine Tischglasplatte gestürzt - und der Weinflasche in der Hand gingen durch den Blätterwald und über die Bildschirme. Es folgte ein mehrmonatiger Klinkaufenthalt.

"Meine sieben Leben"

In seinen 1998 erschienenen Memoiren ("Meine sieben Leben") gibt der Schauspieler Einblick in sein Seelenleben und nennt Gründe für sein Trinken, die ehrlich klingen: "Ich sehe mich manchmal als einen müden Mann, der mit sich privat wenig anzufangen weiß - auf deprimierende Weise wenig anzufangen weiß." Das alte Lied vom Clown, der immer lustig sein soll und spielen muss - "lache Bajazzo", und eigentlich wenig Lust dazu hat, weil er innerlich verzweifelt ist.

An seinem 70. Geburtstag im Juni 1999 frohlockte Juhnke, sein Alkoholproblem endlich überwunden zu haben: "Ich habe es geschafft, ich kann es mir auch nicht mehr leisten." Insgesamt drei Jahre blieb er "trocken", bis zum 11. Juli 2000, als er nach anstrengenden TV- Dreharbeiten in Österreich wieder zur Flasche griff und die Nacht zum Tage machte. Das letzte Kapitel begann.

Wilfried Mommert/DPA / DPA
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(