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Bauchspeicheldrüsenkrebs: Britischer Schauspieler John Hurt ist tot

Berühmt wurde er als "Elefantenmensch", jüngere Filmfans kennen ihn eher als Zauberstabmacher Mr. Ollivander aus "Harry Potter": Der britische Schauspieler John Hurt ist kurz nach seinem 77. Geburtstag gestorben.

Der britische Schauspieler John Hurt

Im Juni hatte er öffentlich gemacht, dass er an Krebs leidet. Damals war er noch optimistisch. Jetzt ist der britische Schauspieler John Hurt der Krankheit erlegen.

John Hurt ist tot. Der Der britische Schauspieler starb kurz nach seinem 77. Geburtstag an den Folgen einer Krebserkrankung, wie sein Management am Samstag der Nachrichtenagentur PA bestätigte. Nach einem erfolgreichen Kampf gegen Alkoholprobleme hatte Hurt im Juni 2015 auf seiner Homepage mitgeteilt, dass er an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist. Damals hieß es noch, dieser sei in einem frühen Stadium und er selbst sei optimistisch.

Hurt war über Jahrzehnte hinweg im Film- und Theatergeschäft aktiv. Viele Filme, in denen er mitspielte, schrieben Kinogeschichte, darunter Alan Parkers "12 Uhr nachts - Midnight Express" (1978), "Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" (1979), "Dead Man" von Jim Jarmusch (1995) oder "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" (2008).

Berühmt wurde John Hurt als "Elefantenmensch"

Jüngeren Kinofans ist Hurt als der Zauberstab-Verkäufer Garrick Ollivander in den "Harry Potter"-Filmen bekannt. Berühmt wurde er aber vor allem durch David Lynchs Film "Der Elefantenmensch" aus dem Jahr 1980. Die tragische Rolle des von einer Krankheit entstellten sensiblen John Merrick brachte ihm eine Nominierung für einen Oscar für die beste Hauptrolle sowie den britischen Filmpreis Bafta ein. Die Dreharbeiten waren für Hurt allerdings eine Tortur - allein für die Maske benötigte er zwölf Stunden.

John Hurt wurde am 22. Januar 1940 im Herzen Englands, nahe Chesterfield, als Sohn eines Pastors und einer Amateur-Schauspielerin geboren. Er studierte zunächst Kunst, begann aber 1960 eine Schauspielausbildung an der Royal Academy of Dramatic Art. Neben Bühnenstücken übernahm er auch kleinere Rollen im Fernsehen, sein großes Vorbild war dabei Alec Guinness und dessen Fähigkeit, die Schauspielkunst aus dem Theater auf den Bildschirm zu übertragen.

1978 brachte ihm seine Nebenrolle in "Midnight Express" seine erste Oscar-Nominierung sowie einen Bafta-Filmpreis und einen Golden Globe ein. Ein Jahr später übernahm er die Rolle des Alien-Opfers Kane. Die blutige Szene, in der ein Alien aus seinem Brustkorb schlüpft, ist in die Kino-Annalen eingegangen. In Mel Brooks' "Spaceballs" parodierte er später selbst die Szene.

Queen Elizabeth II. schlug Hurt zum Ritter

John Hurt spielte in rund 140 Filmen mit. Oftmals übernahm er Nebenrollen, eindringlich spielte er Exzentriker und unter Psychosen Leidende. Einige Rollen habe er nur angenommen, um Geld zu verdienen, gestand er freimütig. "Ich bin für alle Genres zu haben - im Grunde genommen bin ich ein Schauspieler zum Mieten", sagte er einmal. Für seine Verdienste wurde er im Juli 2015 von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen.

16 Jahre lang war Hurt mit dem französischen Model Marie-Luise Volpelière-Pierrot verlobt, über ihren tragischen Unfalltod im Jahr 1983 kam er lange nicht hinweg. Hurt war insgesamt vier Mal verheiratet und hatte zwei Kinder.

AFP