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John Wayne:

Mit John Wayne starb vor 25 Jahren ein Mann, in dem sich Amerika erkannte und verklärte. Als die Nachricht vom Krebstod des populären Filmschauspielers am 12. Juni 1979 bekannt wurde, war klar: Eine glanzvolle Epoche endete, die der 1,93-Hüne aus Iowa als die Verkörperung amerikanischer Lebensart und Überlegenheit auf der Leinwand so glaubwürdig raubeinig wie kein anderer repräsentierte.

Dass schon bald nach Waynes Tod ein im Kino viel weniger erfolgreicher Kollege, nämlich Ronald Reagan, Präsident in Washington wurde, hätte dem am 26. Mai 1907 in der Kleinstadt Winterset geborenen Sohn eines Apothekers gefallen. Denn wie Reagan war Wayne ein Mann jener Generation, die den Weg der USA zur Supermacht ebenso erlebte wie den Aufstieg Hollywoods zur mächtigsten Filmfabrik der westlichen Welt. Und in dieser war John Wayne ein unverwechselbares Markenzeichen über Jahrzehnte. Von 1927 bis 1976 hat er in über 150 Streifen mitgewirkt, meist in Western oder Kriegsfilmen.

Schon zu Lebzeiten legendär

Schon zu Lebzeiten genoss der "Duke" einen legendären Ruf. Denn einen wie diesen Marion Michael Morrison, so Waynes bürgerlicher Name, gab es nicht davor und würde es nicht danach noch einmal geben. Das war schon bedingt in den Namen der Regisseure, die Wayne in ihren Filmen zum Star machten: Allen voran John Ford, der als Entdecker des späteren Stars gelten kann, dann Raoul Walsh, Henry Hathaway und Howard Hawks. Das alles sind Namen, mit denen sich unvergessliche Filme verbinden: "Stagecoach" (1939), "Red River" (1948), "Rio Bravo" (1959) und "Der Marshal" (1969).

Für letzteren Streifen, in dem er einen feisten, meist betrunkenen Gesetzeshüter spielte, bekam Wayne den schon lange ersehnten, einzigen Oscar seiner Karriere. Ein Jahr zuvor hatte er mit dem chauvinistischen Film "Die grünen Teufel", in dem er seine patriotische Haltung im Vietnamkrieg als Regisseur und Schauspieler dokumentieren wollte, für erhebliche Kontroversen gesorgt. Aus seiner politisch extrem antikommunistischen Haltung machte der "Duke" keinen Hehl. Er war einfach zu populär, um deswegen Schaden zu nehmen in einem Land, das von dem Vietnam-Desaster in einen tiefen Zwiespalt gestürzt wurde.

Er verkörperte perfekt den "guten Amerikaner"

Das lag nicht zuletzt in der Erinnerung an die vielen Rollen begründet, die Wayne als Helden im Zweiten Weltkrieg gezeigt hatten. Obwohl selbst nie Soldat, verkörperte der Star perfekt den "guten Amerikaner" im gerechten Krieg gegen Deutsche und Japaner. Auch Wayne blieb es nicht erspart, dass im richtigen Leben am Schluss kein Happy End, sondern der Tod wartet. Viele Jahre kämpfte er gegen eine Krebserkrankung, doch schließlich musste auch er kapitulieren.

Sieben Kinder und zahlreiche Enkelkinder des drei Mal geschiedenen Stars versammelten sich, als der Leinwandheld unter großen Schmerzen rief: "Lasst mich endlich sterben!". Es waren die letzten Worte von einem Mann, der im Kino unsterblich geworden ist. Auch 25 Jahre nach seinem Tod ist die Popularität eines der größten Stars, die Hollywood je hatte, ungebrochen. Die Filmgeschichte lebt von ihren Mythen. Einer davon trägt den Namen John Wayne.

Wolfgang Hübner, AP / AP / DPA