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Kalifornien: Mit Terminator-Power aus der Krise

Um Kalifornien ist es schlecht bestellt. Für viele ist "Terminator"-Schwarzenegger der einzige Weg aus der Krise. "Wenn der Staat mich braucht und es keinen Besseren gibt, dann werde ich kandidieren", versprach der Schauspieler.

Es muss wirklich schlecht um Kalifornien bestellt sein, wenn Hollywoods "Terminator" für viele der einzige Hoffnungsschimmer ist. Ob Muskelmann Arnold Schwarzenegger tatsächlich seinen Hollywood-Palast für den Gouverneurssessel in Sacramento aufgibt und als Politiker für Aktion sorgt, darüber wird seit Monaten spekuliert. "Wenn der Staat mich braucht und es keinen Besseren gibt, dann werde ich kandidieren", versprach der Schauspieler unlängst seinen Fans. Doch festlegen will er sich erst nach dem Start seines dritten "Terminator"-Streifens".

Krise im sonnigen Kalifornien

Ein Hollywoodstar würde dem "Goldenen Staat" zumindest wieder etwas Glanz verleihen, denn hinter der sonnigen Westküstenfassade bröckelt es wie selten zuvor in der Geschichte Kaliforniens. Demokratische Abgeordnete in der Landeshauptstadt Sacramento warnten in der vergangenen Woche vor einem drohenden Bankrott und dem Kollaps der Staatsgeschäfte. Am Dienstag läuft die Galgenfrist ab, wie das Haushaltsdefizit in Höhe von 38 Milliarden Dollar zu stopfen ist. Die Parteien sind hoffnungslos zerstritten. Der demokratische Gouverneur Gray Davis will die Steuern erhöhen, die meisten Republikaner fordern rigorose Sparmaßnahmen.

Davis hat sein eigenes Gehalt bereits um fünf Prozent gekürzt. Doch diese nette Geste werden die Wähler schnell vergessen, wenn ihnen der Geldhahn zugedreht wird. Eine baldige Budget-Einigung ist nicht in Sicht und das hat prekäre Folgen. Zunächst wird der Staat Zahlungen an Schulen und Sozialeinrichtungen einstellen. Als nächste gehen die Unternehmen, die den Staat beliefern, leer aus. Ab August werden die Gehälter der Staatsbediensteten auf das gesetzliche Minimum gesenkt. Ende Juli hat der Staat seine Bargeld-Reserven aufgebraucht, lautet die düstere Prognose.

Wählerinitiative zur Absetzung des Amtsinhabers

Viele machen Gouverneur Davis für die Pleite verantwortlich. Jüngsten Umfragen zufolge ist der Beliebtheitsgrad des 60-jährigen Politikers auf 21 Prozent gefallen. So tief ist keiner seiner Vorgänger gesunken. Das nutzen jetzt seine Widersacher für eine Kampagne, die unter dem Namen "Rettet Kalifornien" einem politischen Erdbeben gleichkommt. Mit einer Million Dollar aus der eigenen Tasche hat der republikanische Kongress-Abgeordnete Darrell Issa eine Wählerinitiative zur Absetzung von Davis eingeleitet. Innerhalb weniger Wochen sammelten seine Helfer mehr als 380 000 Unterschriften. Gelingt es ihnen bis Anfang September knapp 900 000 Stimmen zu gewinnen, gibt es im November eine vorgezogene Gouverneurswahl.

Arnold noch unentschlossen

Was der Amtsinhaber als "unsinnigen Angriff des rechten Flügels" herunterspielt, sehen die Republikaner als einmalige Chance, die jahrelange Vorherrschaft der Demokraten auf dem "Gouverneurs-Thron" zu beenden. Einige Kandidaten warten bereits in den Startlöchern, doch keiner sorgt für so viel Wirbel wie der noch unentschlossene Schwarzenegger. Der Hollywoodstar ist zuversichtlich, dass es vorgezogene Wahlen geben wird. Falls er sich als Kandidat aufstellen ließe und seine Widersacher ausschaltet, würde der Muskelmann seine Filmkarriere aufgeben. "Man kann nicht beides gleichzeitig machen", sagte er kürzlich. "Es wäre ideal, wenn ich abends den "Terminator" drehen und tagsüber als Gouverneur arbeiten könnte. Aber schließlich bin ich keine Maschine. Diese Rolle spiele ich nur."

Maria Shriver nicht begeistert über die Pläne ihres Gatten

Arnold Schwarzeneggers Frau Maria Shriver zeigte sich unlängst besorgt, weil der Action-Darsteller künftig auch auf der politischen Bühne seine Muskeln spielen lassen will. Die Nichte des ermordeten amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy sei "nicht sehr angetan", dass ihr Mann 2006 bei den Gouverneurswahlen im US-Bundesstaat Kalifornien für die Republikaner kandidieren wolle, sagte Schwarzenegger dem Magazin "Playboy". Die Gründe lägen nicht in ihrer Überzeugung als Demokratin begründet, sondern in der tragischen Geschichte ihrer Familie: "Die Politik hat den Kennedys nicht nur Einfluss und Macht beschert, sondern auch Trauer und Leid". Nicht nur JFK, sondern auch ihr anderer Onkel Robert "Bobby" Kennedy fiel einem Attentat zum Opfer.