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Kino: Lachen über Griechen aus Chicago

Die US-Erfolgskomödie "My Big Fat Greek Wedding - Hochzeit auf Griechisch" bietet einen witzigen Einblick in das Leben einer besonders lautstarken amerikanischen Minderheit.

Wenn ein billig hergestellter Film in den USA fast 200 Millionen Dollar an den Kassen einspielt, darf man auch in Deutschland neugierig sein, was den Amerikanern da so gefallen hat. Die Komödie "My Big Fat Greek Wedding - Hochzeit auf Griechisch", die am 23. Januar in die Kinos kommt, wird allerdings hinsichtlich ihres überseeischen Erfolgs niemandem Rätsel aufgeben. Denn bei dem von Tom Hanks produzierten, von Joel Zwick inszenierten Streifen handelt es sich um ein witziges Vergnügen. Lachen ist garantiert, wenn die Zuschauer bekannt werden mit der munteren Portokalos-Sippe in Chicago.

Alles Gute kommt aus Griechenland...

Die 30-jährige Toula ist lange Zeit die Unglücklichste in der Einwandererfamilie. Von der Natur nicht sonderlich verwöhnt, schlecht gekleidet, unvorteilhaft frisiert und im Bewusstsein gefangen, immer irgendwie zu kurz zu kommen im Leben, wird sie vom Vater zur Suche nach einem Bräutigam in die alte Heimat geschickt. Vater Gus ist ein gutmütiger Tyrann, der mit einer felsenfesten Gewissheit durchs Leben geht: Alles Gute und Große auf der Welt ist von den Griechen entwickelt worden - von der Demokratie bis selbst zum Kimono, wie er in einer der vielen amüsanten Szenen zu begründen weiß.

Doch Toula schwimmt sich noch rechtzeitig frei: Sie gibt die Arbeit im Restaurant der Eltern auf, macht einen Computerkurs und übernimmt recht erfolgreich das Reisebüro einer Tante, es bleibt ja immer alles in der großen Familie. Das hat Vorteile, aber eben auch seine Schattenseiten, wie Toula erfahren muss, als sie den feschen Ian Miller kennen und lieben lernt. Der kommt aus einem ganz anderen Milieu und isst noch nicht einmal Fleisch - für die Portokalos ein zutiefst exotisches Verhalten. Und so reagiert auch Toulas dicke Mutter nach der ersten Verblüffung auf Ians Nahrungsgewohnheiten mit dem denkwürdigen Satz: "Dann machen wir ihm eben Lamm!"

Der wirkliche Star ist das Drehbuch

Sätze wie dieser sorgen in "My Big Fat Greek Wedding" für Lacherfolge. Was aber nicht weniger wichtig ist: Die Personen der Handlung sind allesamt liebevoll-ironisch porträtiert, keine wird auf billige Art überzeichnet oder gar denunziert. Das macht die Magie dieses im Grunde ganz harmlosen, mit minimalem Aufwand erstellten Filmes aus. Der wirkliche Star bleibt ganz unsichtbar, doch in jeder Sekunde präsent, nämlich das ausgezeichnete Drehbuch.

Die andere Attraktion ist die zumindest in Deutschland bislang unbekannte Nia Vardolos, die Toula verkörpert. Es ist faszinierend, wie es der Schauspielerin gelingt, erst eine absolut glaubwürdige graue Maus zu sein, sich aber dann in eine hübsche und sinnliche junge Frau zu verwandeln, die in der Liebe wie im Beruf ihren Weg geht. Für Toula - auch das macht den großen Erfolg in den USA wohl mit aus - erfüllt sich der amerikanische Traum vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dass die Realitäten meist andere sind, vergisst man in diesem amüsanten Film bereitwilliger als in etlichen viel kostspieligeren Hollywood-Produktionen.