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Kinostart von "The Expendables 2": Action-Rentner greifen wieder zur Waffe

Kampfeslustige Altherren-Riege: In "The Expendables 2" greifen die Actionstars vergangener Tage noch einmal zur Waffe. Mit Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis.

Die Luft ist Testosteron geschwängert, die Waffen liegen griffbereit, der Feind wird gleich nichts mehr zu Lachen haben - da ertönt das Quaken eines Entleins. Ein wirklich niedlicher Handyklingelton für einen Killer. Aber "The Expendables" - die "Entbehrlichen" der von Barney (Sylvester Stallone) angeführten martialischen Privatarmee - sind eben auch nur Menschen, soll das heißen. Zwei Jahre nach seinem ersten Einsatz zieht das Allstar-Team freiberuflicher Killer wieder in den Kampf.

Dabei sind die Darsteller der "Expendables 2"-Helden mittlerweile fast alle im Rentenalter. An der Seite von Stallone, 66, treten weitere Actionstars vergangener Tage auf: Ex-Gouverneur und "Terminator" Arnold Schwarzenegger, 65, Bruce Willis, 57, Dolph Lundgren, 54, und als ihr fieser Gegenspieler Jean-Claude Van Damme, 51. Mit dabei außerdem Jason Statham, Jet Li, Liam Hemsworth und Chuck Norris, der das erste Mal seit sieben Jahren überhaupt wieder vor einer Kamera stand für diesen Film. Erstmals kämpft außerdem eine Frau an der Seite der Expendables: Maggie, gespielt von der Chinesin Yu Nan ("Tuyas Hochzeit").

Die Helden aus den Actionfilmen der 80er Jahre schlagen sich wacker und spielen voller Selbstironie mit ihrem leicht verblassten Image als Muskelprotze. Als Barney ein altes Flugzeug geschenkt bekommt, meint er, die klapperige Maschine gehöre doch eher ins Museum - worauf Trench (Schwarzenegger) gelassen kontert: "Genauso wie wir". Die Darsteller kultivieren außerdem die schrägen Akzente ihrer Herkunftsländer, wie zum Beispiel der Schwede Lundgren als Expendable Gunnar.

Sprengkraft, Blut und Selbstironie

Mr. Church (Willis) heuert die Elitekämpfer dieses Mal für einen lukrativen, leicht erscheinenden Job an, doch die Aufgabe ist natürlich schwieriger und gefährlicher als gedacht. Es geht um sechs Pfund gefährliches Plutonium und den sadistischen Feind Vilain. Als einer aus den Reihen der Expendables von Vilain getötet wird, kennen die Rachegelüste der verbliebenen Truppe keine Grenzen mehr.

Handlung und Figurenzeichnung sind in dem Action-Kracher von US-Regisseur Simon West ("Lara Croft: Tomb Raider") eigentlich komplett Nebensache. Hauptsache es rumst ordentlich. Und das tut es gewaltig. Blutige Gemetzel wechseln sich ab mit rabiaten Panzer-Verfolgungsjagden und brutalen Mann-zu-Mann-Messer-Kämpfen.

Alles gleicht einem gigantischen, verfilmten Ego-Shooter-Computerspiel - durchaus grenzwertig. Denn Gewalt wird hier zelebriert und genossen. "Rest in Pieces", meint Barney lapidar, als er einen Gegner mit der Maschinenpistole völlig durchlöchert. "The Expendables 2" ist ein absolut simpel konstruierter Actionreißer - mit jeder Menge Starpower, ausufernden Gewaltorgien und gut kalkulierter Ironie.

ono/DPA / DPA