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Lars von Trier: "Ich glaube, Bush ist in Condoleezza Rice verliebt"

Gerade ist sein neuer Film "Manderlay" angelaufen, der sich dem Thema Sklaverei widmet. Regisseur Lars von Trier verbindet damit massive Kritik an George W. Bush.

Der dänische Regisseur Lars von Trier zieht Parallelen zwischen der Sklaverei und der heutigen Situation der schwarzen Bevölkerung der USA. "Vielleicht hat ein Sklave, der einem Mann mit einer Peitsche unterworfen ist, sogar mehr Würde als ein Sklave, der von wirtschaftlichen Zwängen in Schach gehalten wird", sagt von Trier in einem Interview gegenüber der Wochenzeitschrift Zeit. Er verarbeitete das Thema im neuen Film Manderlay, dem dritten Teil seiner Amerika-Trilogie.

Angesichts seiner Inspirationsquelle, dem erotischen Roman Geschichte der O. sinniert von Trier über den Zusammenhang von sexuellen Fantasien und Politik. Er regt an, mehr über die Sexualität von George W. Bush nachzudenken: "Auch er ist ein sexuelles Wesen, und seine Psyche ist für uns alle extrem wichtig. Ich glaube, er ist in Condoleezza Rice verliebt. Und er träumt davon, von ihr ausgepeitscht zu werden."

Sehr offen äußert sich der Regisseur zu seiner Mutter, die sich beim Ehebruch mit dem Nachfahren eines dänischen Komponisten "kreative Erbanlagen" für ihren Sohn geholt habe. Dadurch habe er sich manipuliert gefühlt: "Hätte ich gewusst, dass meine Mutter diesen Plan hat, dann wäre ich etwas anderes geworden. Ich hätte es ihr gezeigt. Diese Schlampe!"

Am Ende des Gesprächs wendet sich von Trier an den deutschen Papst. "Hier ist die Botschaft: Ich glaube, es ist sehr schwer, so wie der vorhergehende Papst zu sterben. Nämlich mit dem Bewusstsein, dass man für den Tod so vieler Menschen verantwortlich ist. Ich weiß, dass man vom Papst sagt, er habe einen guten Draht zu Gott. Aber ich sage dem Papst: Es ist nicht Gottes Wille, dass wegen eines blöden Papstes Millionen Menschen auf der ganzen Welt an Aids sterben."

DPA / DPA