HOME

"Leaving Neverland": Erben wollen Enthüllungs-Dokumentation über Michael Jackson verhindern

Im März soll die Dokumentation "Leaving Neverland" im Fernsehen ausgestrahlt werden. Darin sprechen zwei Männer über mutmaßlichen Missbrauch durch den "King Of Pop". Das will Jacksons Familie nicht akzeptieren.

Michael Jackson auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1993

Michael Jackson auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1993

Picture Alliance

Als Netflix vor ein paar Wochen die Dokumentation "Surviving R. Kelly" zeigte, war der Wirbel groß. Die Opfer bekamen eine Stimme, viele Zuschauer, die bisher nicht viel von den Machenschaften des Sängers gehört hatten, erfuhren plötzlich die skandalösen Hintergründe und Details über dessen Missbrauch minderjähriger Mädchen. War der 52-Jährige bisher damit durchgekommen – jetzt nahm sein Ruf irreparablen Schaden. Auch seine aktuell geplanten Deutschland-Konzerte stehen in Frage.

Droht Michael Jackson nun ein ähnliches Schicksal? In der Dokumentation "Leaving Neverland" will Regisseur Dan Reed den seit Jahrzehnten schwelenden Pädophilie-Gerüchten rund um den 2009 verstorbenen "King Of Pop" nachgehen. Aus entsprechenden Gerichtsverhandlungen war der Musiker immer unbescholten hervorgegangen. Doch wenn jetzt ehemalige Angestellte, Wegbegleiter und mutmaßliche Opfer sprechen, könnte das dem Image des toten Künstlers extrem schaden. Ohne, dass der sich dagegen wehren, Missverständnisse aufklären oder Stellung beziehen kann.

Zwei Männer behaupten, Jackson habe sie missbraucht

Der Film sorgte bereits in den USA für Aufsehen, als er seine Premiere beim Sundance-Filmfestival feierte. Darin kommen nämlich unter anderem zwei Männer zu Wort, die Missbrauchsvorwürfen gegen Jackson erheben. Wade Robson und James Safechuck werfen Jackson vor, sich einst an ihnen vergangen zu haben. Nach dessen Tod 2009 hatten sie dessen Erben erfolglos verklagt, derzeit laufen Berufungsverfahren.

Die Erben des "King Of Pop" reagierten wütend auf den Film. Dem amerikanischen Sender HBO schrieben sie bereits einen Brief, in dem sie mit deutlichen Worten erklärten, warum sie von der Dokumentation absolut nichts halten. Gegen eine Ausstrahlung der Dokumentation in England, die derzeit der britische Sender Channel 4 plant, wollen sie nun gerichtlich vorgehen. Die Angehörigen der Pop-Legende kritisieren, dass weder Michael Jacksons Erben selbst, noch Familienmitglieder oder Freunde befragt worden seien.

Wird die Dokumentation ausgestrahlt?

"Ich denke, wir sind uns alle einig, dass diese falschen Behauptungen in Ihrer 'Dokumentation' schwerwiegende Anschuldigungen sind. Man kann sich kaum schwerwiegendere Anschuldigungen gegen jemanden vorstellen", wirft der Anwalt Howard Weitzman den Filmemachern vor. Noch halten beide Fernsehsender, die den Film gemeinsam produziert haben, dagegen und wollen "Leaving Neverland" im März ausstrahlen.

Paris Jackson: Das sollten Sie über die einzige Tochter von Michael Jackson wissen
wt