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Neu im Kino: Mehr Leben geht nicht

Mit "Boyhood" kommt ein Film ins Kino, wie es ihn noch nie gegeben hat. Wann kann man das schon mal sagen! Und dann ist da noch Paul Walkers Abschied.

Von Sophie Albers Ben Chamo und Nicky Wong

"Boyhood"

Kinotrailer: "Boyhood"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Ethan Hawke ("Before Sunset") und Patricia Arquette ("Medium - Nichts bleibt verborgen") und Regisseur Richard Linklater ("Before Sunset")

Die Geschichte in einem Satz:

Der sechsjährige Mason Jr. zieht mit Mutter und Schwester zurück in die texanische Heimat, wo er heranwächst und irgendwann das erste Bier, den ersten Joint und die erste Liebe erfährt.

Geschwister im Kinoversum:

Gibt es nicht

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil er so wunderschön wie einzigartig ist! Über zwölf Jahre haben Regisseur Richard Linklater und die ganze Filmcrew das Heranwachsen zweier Jugendlicher begleitet. Hauptfigur ist Mason, der sich vom kuscheligen Kind zum stacheligen Pubertanten zum coolen jungen Mann entwickelt. Doch auch seiner Schwester sieht man dabei zu, wie die Magie des Lebens passiert: Man verändert sich jeden verdammten Tag! Das wahrlich Großartige an "Boyhood" ist die Sichtbarmachung dieses Prozesses, den kein CGI auf der Welt je so hinkriegen wird wie die Natur selbst. Dieses "Timelapse-Foto eines Menschen" (ZItat von Ethan Hawke, der den Vater spielt) ist so viel spannender als jeder Action-Blockbuster, weil das reale Leben einfach intensiver ist als jede Geschichte, jeder Film, jedes Kunstwerk. Punkt.

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"Brick Mansions"

Kinotrailer: "Brick Mansions"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Paul Walker ("The Fast and the Furious"), David Belle und RZA ("The Man with the Iron Fist")

Die Geschichte in einem Satz:

Damien muss Drogenboss Tremaine hochnehmen, der eine Massenvernichtungswaffe gestohlen hat, und Damien muss sich beeilen, weil er erst einmal Tremaines Festung stürmen muss, die Brick Mansions.

Geschwister im Kinoversum:

das Original "Ghettogangz - Die Hölle vor Paris"; "Ghettogangz 2"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil es der letzte Film ist, den der Ende 2013 tödlich verunglückte "The Fast and the Furious"-Star Paul Walker bis zum Ende abgedreht hat, und dieses Remake eines französischen Actionklassikers ihn für 90 Minuten wieder auferstehen lässt. Der wahre Star der von Luc Besson produzierten Adrenalin-Superdosis ist allerdings der unglaubliche David Belle, seines Zeichens der Pate des Parkour und unzerschrottbarer Gummiball, der schon im französischen Vorbild die Schwerkraft ausgelacht hat.

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"Love & Engineering"

Kinotrailer: "Love & Engineering"

Was Sie kennen könnten: Liebes-Verwirrung

Die Geschichte in einem Satz:

Vier Computer-Programmierer sind in ihrem Beruf durchaus erfolgreich, aber nicht in der Liebe, und so forschen sie gemeinsam nach einem Algorithmus, der das in Ordnung bringen könnte, schließlich hat es ein Kollege schon geschafft.

Geschwister im Kinoversum:

"Lars und die Frauen"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil dieser leichtfüßige, charmante Film deutlich macht, dass eigentlich keiner von uns eine Peilung hat, wenn es um die Liebe geht.

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"Maman und Ich"

Kinotrailer: "Maman und Ich"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Guillaume Gallienne ("Yves Saint Laurent") und Diane Krüger ("Inglourious Basterds")

Die Geschichte in einem Satz:

Weil seine Mutter lieber eine Tochter gehabt hätte, wird Guillaume von Anfang an so erzogen, und alle gehen davon aus, dass er homosexuell wird, sogar er selbst, bis er sich - so mit 30 - selbst auf Identitäts- und Sexualitätssuche begibt.

Geschwister im Kinoversum:

"Ma vie en rose"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil dieser quirlig-schmerzfrei-schrille Komödie die Geschichte des Hundert Mal erzählten Coming-Outs einfach mal andersherum ausrollt. Und weil der Komiker Guillaume Gallienne nicht nur sein eigenes Leben verarbeitet hat, sondern auch noch seine eigene Mutter spielt.

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