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Stern Logo Academy Awards - Die Oscar-Verleihung

Oscar-Gewinner Christoph Waltz: Hollywood war schon immer sein Ziel

Den Großteil seiner Karriere hat Christoph Waltz in deutschsprachigen Produktionen mitgewirkt. Mit seinem zweiten Oscar ist er nun voll und ganz in Hollywood angekommen - ein Traum geht in Erfüllung.

Nach seinem Schauspielstudium in den 70er Jahren wirkte Christoph Waltz jahrzehntelang in deutschsprachigen TV-, Film- und Theaterproduktionen mit, heimste nationale Auszeichnungen, wie etwa den Adolf-Grimme-Preis ein. Im Laufe der Jahre stand er allerdings auch des Öfteren in internationalen Produktionen vor der Kamera, verfolgte größere Ziele.

2009 gelang dem deutsch-österreichischen Schauspieler schließlich mit Quentin Tarantinos "Inglorious Basterds" der internationale Durchbruch. In der Rolle des SS-Standartenführers Hans Landa überzeugte Waltz nicht zuletzt durch sein außergewöhnliches Sprachtalent und wurde bald mit internationalen Filmpreisen, wie etwa dem Oscar als bester Nebendarsteller, überhäuft. Weitere hochkarätige Filmangebote folgten.

Zwischen verschiedenen Welten hin- und hergerissen

Am vergangenen Sonntag wurde dem 56-Jährigen nun sein zweiter Oscar verliehen. Christoph Waltz hat sein großes Ziel erreicht: Er ist voll und ganz in Hollywood angekommen. Wie er in einem Interview mit "Spiegel Online" verrät, habe es ihn schon immer in die amerikanische "Traumfabrik" gezogen. Und er glaubt, mit diesem Wunsch in Deutschland nicht alleine zu sein: "Hollywood ist immer das Ziel, für jeden. Wer etwas anderes behauptet, dem glaube ich nicht", sagte Waltz.

An der Arbeit in Amerika genieße er vor allem, dass dort nicht zwischen ernster und unterhaltender Kultur unterschieden werde. "Ich empfinde das als wahre Wohltat, dass diese Kategorie nicht existiert. Wir setzen uns als Europäer gerne mit viel Missachtung und Herablassung über diesen unglaublichen Vorteil des Geschichtenerzählens hinweg. Wolfgang Liebeneiner hat in den fünfziger Jahren mal gesagt: 'In Amerika wird Film hergestellt wie Kunst und verkauft wie Ware, und in Deutschland ist es genau umgekehrt.'"

Zwischen den verschiedenen Welten in den Staaten und Europa fühle sich Waltz oftmals hin- und hergerissen, wie er sagt. "Das ist wirklich nicht immer einfach. Aber ich finde es immer einfacher, hierher nach Los Angeles zu kommen. Die meisten meiner Freunde leben hier, und es sind ausschließlich sehr reelle, integere, geistig bewegliche und zum Großteil auch gebildete Menschen." Als festen Wohnsitz sieht er L. A. aber nicht. "Ich bin viel in Los Angeles, aber auch in Berlin. Dazu noch ein wenig in New York - und sonst da, wo ich arbeite. Ich lebe jetzt - mehr oder weniger - an keinem festen Ort mehr."

kgi/Bang