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Stern Logo Academy Awards - Die Oscar-Verleihung

Oscars 2012: "The Artist" und "Hugo Cabret" kämpfen um den Ruhm

Nostalgie bei den Oscars: Die diesjährigen Favoriten "Hugo Cabret" und der Stummfilm "The Artist" gehen auf eine Zeitreise zu den Anfängen des Kinos. Wim Wenders könnte mit moderner 3D-Technik Gold holen.

Das große Duell bei der 84. Verleihung der Oscars am Sonntag in Los Angeles lautet "Hugo Cabret" gegen "The Artist": Der aufwändige 3-D-Streifen von Regisseur Martin Scorsese wurde in elf Kategorien für einen der begehrten Filmpreise nominiert, die Stummfilm-Hommage des französischen Filmemachers Michel Hazanavicius erhielt zehn Nennungen. Mit Wim Wenders' Dokumentarfilm "Pina" kann auch Deutschland auf Oscar-Ruhm hoffen.

"The Artist", der die Geschichte eines mit der Einführung des Tonfilms in Vergessenheit geratenen Stummfilmstars erzählt, überzeugte bereits im Vorfeld der Oscars die Filmpreis-Jurys: Zuletzt gewann Hazanavicius' Werk sieben Auszeichnungen bei den britischen BAFTA Awards. Zuvor hatte der Streifen drei Trophäen bei den Golden Globes abgeräumt, darunter den Preis für die beste Filmkomödie.

Scorsese hatte mit seiner Kinderbuch-Verfilmung "Hugo Cabret", die sich um die Abenteuer eines Waisenjungen im Paris der 1930er Jahre dreht, dagegen den Golden Globe für die beste Regie erhalten. Nun konkurrieren beide Streifen bei den Oscars unter anderem in der Königsklasse des besten Films des Jahres.

Mindestens zwei Gründe zum Mitfiebern

Ebenfalls als bester Film nominiert sind der Sportfilm "Moneyball" mit Brad Pitt und das Pferde-Epos "Gefährten" ("War Horse") von Steven Spielberg, die beide insgesamt je sechs Nominierungen einheimsten. Hoffnungen machen dürfen sich in dieser Kategorie auch "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten" mit George Clooney, die Südstaaten-Geschichte "The Help", der Woody-Allen-Film "Midnight in Paris", das Drama "The Tree of Life" sowie "Extrem laut und unglaublich nah", der die Terroranschläge vom 11. September aus der Perspektive eines kleinen Jungen verarbeitet.

Wenders' "Pina" war zunächst auch als möglicher Anwärter auf den Oscar als bester fremdsprachiger Film im Gespräch. Dann erhielt der in 3D gedrehte Film über die verstorbene Choreografin Pina Bausch aber eine Nominierung in der Doku-Sparte. Um den Auslands-Oscar konkurrieren nun Filme aus Belgien ("Bullhead"), Israel ("Footnote"), Polen ("In Darkness"), Kanada ("Monsieur Lazhar") und Iran ("A Separation"). Auch bei "In Darkness" gibt es hierzulande Grund zum Mitfiebern, denn die deutschen Schauspieler Benno Fürmann, Maria Schrader und Herbert Knaup spielen wichtige Rollen in dem Drama.

Mit den Nachwuchs-Filmemachern Max Zähle und Stefan Gieren hat Deutschland ein weiteres Eisen im Feuer: Ihr Abschlussfilm "Raju" zählt zu den Anwärtern auf einen Kurzfilm-Oscar. Die Geschichte über ein deutsches Ehepaar, das ein vermeintliches Waisenkind aus Indien adoptieren will, hatte im vergangenen Jahr bereits einen bronzenen Studenten-Oscar gewonnen.

Veranstaltungshalle auf der Suche nach einem Namen

Favoritin auf den Oscar für die beste weibliche Hauptdarstellerin ist Meryl Streep für ihre Rolle als frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher in "Die eiserne Lady". Die Grande Dame Hollywoods hat in ihrer Karriere bereits zwei Oscars gewonnen. Sie tritt unter anderem gegen Viola Davis ("The Help") und Michelle Williams ("My Week with Marilyn") an. Um die Auszeichnung als bester männlicher Hauptdarsteller konkurrieren unter anderen die Hollywood-Beaus Pitt und Clooney. Auch Jean Dujardin, der in "The Artist" den Stummfilmstar George Valentin verkörpert, darf sich Hoffnungen machen.

Die Gala am Sonntag wird erneut von Schauspieler Billy Crystal moderiert. Er war eingesprungen, nachdem Komiker Eddie Murphy im November abgesagt hatte. Murphy hatte sich damit an die Seite seines Freundes Brett Ratner gestellt, der eigentlich die Oscar-Show produzieren sollte, nach einer abfälligen Äußerung über Homosexuelle aber verzichten musste.

Die Verleihung findet wie in den vergangenen Jahren im früheren Kodak Theater am Hollywood Boulevard statt. Der Entertainment-Palast ist nach dem Konkurs des Kamera- und Filmherstellers Eastman Kodak auf der Suche nach einem neuen Namen. US-Medien berichteten, dass das Gebäude nun erstmal den weniger klangvollen Namen "Hollywood & Highland Center" tragen soll.

Michael Thurston, AFP/DPA / DPA