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Stern Logo Academy Awards - Die Oscar-Verleihung

Politische Show: So viel Trump steckte in den Oscars

Zwischen harmlosen Späßchen und echtem politischen Protest: Die Oscar-Verleihung hatte einige Spitzen gegen Präsident Trump zu bieten. Doch die kamen nicht von den wichtigsten Preisträgern.

Meryl Streep

Meryl Streep bekommt Applaus von ihren Kollegen. Es war ihre 20. Oscar-Nominierung.

Die großen politischen Reden von Hollywoodstars blieben aus, und trotzdem stand die 89. Verleihung der Oscars im Zeichen von Donald Trump. Allein die Auszeichnung von "Moonlight" als bester Film - ein tolles Drama über Armut und Homosexualität mit einer komplett schwarzen Schauspielriege - kann als Zeichen gegen die Intoleranz des Präsidenten gewertet werden. Der musste oftmals gar nicht namentlich genannt werden, und war dennoch präsent.

Vor allem Moderator Jimmy Kimmel gelang es, immer wieder kleine Spitzen einzubringen. Gleich zu Beginn begrüßte er sein Publikum mit den Worten: “Diese Show wird live von Millionen Amerikanern gesehen und überall auf der Welt in mehr als 225 Ländern - die uns jetzt alle hassen." Und wurde dann ernst: Er könne das Land nicht vereinen, aber wenn jeder bei sich anfangen würde und mit anderen spricht, dann könne Amerika - wie von Trump proklamiert - wieder 'great' werden. Außerdem sei er Trump dankbar: "Wisst ihr noch letztes Jahr? Als die Oscars rassistisch wirkten? Jetzt nicht mehr."


Meryl Streep? Völlig überbewertet!

Meryl Streep, die seit ihren Anti-Trump-Rede bei den Golden Globes beim Präsidenten unten durch ist, wurde von Kimmel ebenfalls auf die Schippe genommen. "Meryl, steh mal auf! Können wir ihr bitte eine Runde völlig unverdienten Applaus spendieren? Hier ist die höchst überschätzte Meryl Streep", rief er in Anspielung auf verärgerte Tweets von Trump. Später neckte er Streep: "Tolles Kleid - ist das von Ivanka?". Auf Twitter ließ Trump ausnahmsweise nichts von sich hören, auch nicht, als Kimmel ihn direkt ansprach:


Die großen Gewinner bleiben jedoch neutral. Weder Viola Davis und Mahershala Ali, noch Emma Stone und Casey Affleck nutzten die Chance, auf der Bühne politisch zu werden. Stone trug immerhin einen Pin der Charity-Organisation "Planned Parenthood" am Givenchy-Kleid. Am bemerkenswertesten war das Statement von Asghar Farhadi. Der iranische Regisseur war aus Protest gegen Trumps Einreiseverbot nicht nach Los Angeles gereist und ließ genau das noch einmal deutlich verlesen. Das Verbot sei unmenschlich.

Der mexikanische Schauspieler Gael García Bernal sagte auf der Bühne, er sei gegen jede Art von Mauer, die Menschen trenne. Und zahlreiche Promis trugen eine blaue Schleife als Zeichen der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung.

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