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"Once upon a time in Hollywood": Sperrig oder unerhört unterhaltsam? So streiten die Kritiker über den neuen Tarantino

Ein neuer Film von Quentin Tarantino ist immer ein Großereignis. Entsprechend gespannt waren die Journalisten auf die Premiere von "Once upon a time in Hollywood". Die Reaktionen fielen jedoch sehr unterschiedlich aus.

Tarantino Trailer

Mit großer Spannung war der  neuen Films von Quentin Tarantino erwartet worden. Zur Premiere von "Once upon a time in Hollywood" beim Filmfestival in Cannes hatte der Regisseur seine Stars Leonardo Di Caprio, Margot Robbie und Brad Pitt mitgebracht, die frenetisch gefeiert wurden. Der Film erzählt vor dem Hintergrund der Manson-Morde, wie ein abgehalfterter Westernstar im Jahr 1969  versucht, in der Traumfabrik Fuß zu fassen. Die Kritiker reagierten höchst unterschiedlich auf den Film: Von überschwenglichem Lob bis ätzendem Verriss waren alle Reaktionen dabei.

Eindeutig negativ ist etwa die Besprechung in der "Welt". "Das ist die größte Enttäuschung: der raffinierte Geschichtenerzähler Tarantino, der weder eine raffinierte Geschichte hat, noch sie raffiniert in Szene zu setzen weiß", schreibt Hanns-Georg Rodek. Die Erwartungen an Tarantinos Neunte seien wohl zu hoch gewesen.

"Once upon a time... in Hollywood"

"Once upon a time... in Hollywood" feierte Premiere in Cannes. Regisseur Quentin Tarantino (r.v.r.) hatte die Darsteller Leonardo DiCaprio (l.), Margot Robbie (2.v.l.) und Brad Pitt mitgebracht. An seiner Seite: Ehefrau Daniella Pick (Mitte).

AFP

Ganz anders sieht es der "Guardian": "Tarantino hat unerhörte Unterhaltung geschaffen", schreibt Filmkritiker Peter Bradshaw in seiner begeisterten Kritik. Er verachte jeden, der sich davon nicht begeistern lasse.

Quentin Tarantino lässt die Traumfabrik seiner Kindheit auferstehen

Einen Mittelweg beschreitet die Rezensentin auf "Spiegel-Online": "'Once' wirkt wie ein Best-of - sowohl im Sinne einer Hit-Compilation als auch eines Karrierehöhepunkts. Lustiger und gelassener hat der 56-Jährige selten vor sich hingesponnen", schreibt Hannah Pilarczyk. "Doch irgendwann schwingt er sich von der gemütlichen Metaebene runter ins historische Geschehen." Ihr gespaltenes Fazit: "So entstehen in 'Once' auch immer wieder sehr typische Tarantino-Momente, nicht einfach zu verurteilen, aber auch nicht leichtfertig abzutun in ihrer Ambivalenz gegenüber Frauen und Gewalt."

Ähnlich sieht es auch der "Hollywood Reporter": "'Once Upon a Time in Hollywood' ist uneben, sperrig in seiner Struktur und nicht ohne flache Stellen. Aber es ist auch ein entwaffnender und subversiver Liebesbrief an die Inspiration, mit der Tarantino die Traumfabrik aus der Zeit seiner Kindheit wieder auferstehen lässt", schreibt David Rooney.

Bei diesen abweichenden Meinungen bleibt wohl nur eine Möglichkeit: Man sollte sich den Film anschauen und selbst ein Urteil bilden. Kinostart ist am 15. August 2019.

che