HOME

Renée Zellweger: Neues Ich in alter Rolle

Sie gewann den Oscar und konnte sich ihre Rollen aussuchen. Doch ganz unvermittelt verließ Renée Zellweger das Hollywood-Geschäft. Sechs Jahre später kehrt sie als Bridget Jones zurück.

Von Jochen Siemens

Renée Zellweger bei der Deutschland-Premiere von "Bridget Jones Baby" in Berlin

Renée Zellweger bei der Deutschland-Premiere von "Bridget Jones Baby" in Berlin

Und dann kam der Tag, an dem sie ihre eigene Stimme nicht mehr hören wollte. Denn: War es überhaupt ihre Stimme oder nur noch eine Maschine, die da redete? Das mag jeder verstehen, der Tonaufnahmen von sich selbst schon einmal gehört und sich dabei kaum erkannt hat. Weil es fremd ist. Und so war es bei ihr: fremd. Nach den vielen Jahren Film; fast jeden Tag Studio, Kamera läuft, ein Gesicht machen, das nicht das eigene ist, und etwas sagen, was sich andere ausgedacht haben. Drei, vier oder manchmal auch zehn Sätze. Dann "cut", wie es beim Film heißt, zurückspulen, alles noch einmal ansehen und anhören, am Gesicht und an der Stimme feilen. "Sag es anders, wütender", fordert der Regisseur. Also noch mal. "Der Klang meiner eigenen Stimme machte mich krank", sagt Renée Zellweger heute.

2004 gewann Renée Zellweger einen Oscar als beste Nebendarstellerin

2004 gewann Renée Zellweger einen Oscar als beste Nebendarstellerin

Wenn man sich Hollywood mal als Boulevard aus Klebstoff vorstellt, fühlte sich Zellweger knietief darin versunken. Sie, die Bridget Jones der Kinokassen und die Oscarpreisträgerin (für ihre Rolle in "Unterwegs nach Cold Mountain"), drehte einen Film nach dem anderen, hatte vor der Kamera manchmal schon den Text für den nächsten und die Termine für den übernächsten im Kopf und spürte, wie ihr Kopf leerer wurde. Ihr Reservoir an Wirklichkeit, also das Leben abseits der Kameras und der roten Teppiche, war ohnehin schmal, aber nun war es fast aufgebraucht. Damit schien sich auch ihr Schauspiel aufzulösen. "Du kannst keine guten Geschichten erzählen, wenn du keine Lebenserfahrungen machst", sagt sie heute, "und ich konnte mich nicht mehr normal mit normalen Menschen unterhalten." Niemand hörte mehr Renée Zellweger zu, sondern nur dem Star. Sie hätte über Astrophysik oder sonst was reden können, jeder überlegte nur, ob sie nun wieder zu- oder abgenommen hat oder was da wieder in ihrem Gesicht passiert ist.


Weg nach 16 Jahren

Es war im Jahr 2010, Renée Zellweger war gerade in den Klub der 40-Jährigen geraten und hatte einen Film gedreht, der es nur auf DVD schaffte. Ein Flop, nach Hollywood-Regeln. Es blieb nicht der einzige. Die Zeitungen weideten sich an ihrem Liebesleben, einer Ehe, die nach wenigen Monaten annulliert wurde, und an Affären mit Musikern und Schauspielern. Ihre Liste der anstehenden Filme war zwar immer noch lang, aber sie warf sie weg: "Ich habe ein paar gute Projekte abgesagt, ich war einfach müde."

Sie ging. Weg aus Hollywood. Nach 16 Jahren. Ob sie nicht Angst davor hatte, in dem Zirkus nicht mehr dabeizusein? Nein, sagt sie, nicht so viel wie davor, die Person zu verpassen, die sie sein könnte, wenn sie gehen würde.

Kinofilm "Bridget Jones' Baby"

Renée Zellweger, Patrick Dempsey und Colin Firth (v.l.n.r.) im Kinofilm "Bridget Jones' Baby"


Fast sechs Jahre blieb sie weg, und weil es ein Wegbleiben ohne Plan war, kann sie heute auch nicht aufzählen, was genau sie alles gemacht hat. Finanziell war es keine riskante Pause: "Ich habe keine Kinder und keine Ratenzahlungen, die mich zwingen, Geld zu verdienen." Sie verbrachte viel Zeit mit Besuchen in ihrer Heimat Texas, pendelte ansonsten zwischen ihrer Ranch in Connecticut, einem Haus in den Hamptons bei New York und dem Haus ihrer Eltern - ihre Mutter ist Norwegerin, ihr Vater Schweizer -, die jetzt in Florida leben. "Ich wollte wachsen", sagt Zellweger nun. Das klingt für eine Frau von 47 Jahren etwas seltsam, verrät aber viel über ihre Hollywood-Jahre, in denen sie nur etwas lernte, "wenn ich für eine Rolle etwas recherchieren musste". Für eine Rolle, nicht für sich selbst. Das wenige aus ihrer eigenen Jugend fand sie beim Auspacken von Kartons in ihrem Haus: "Darin waren Cocktailservietten aus einer Bar, in der ich mal als Kellnerin gearbeitet hatte, auf denen ich meine Ideen aufschrieb."

"Ich bin mit jemandem zusammen und fühle mich zu Hause"

Es war wie eine Reise zurück in die Zeiten vor dem Ruhm, in die Jahre, in denen noch alle Türen des Lebens offenstehen und man sich an den Aussichten berauschen kann. So traf Zellweger auch einen Freund von früher wieder, den Musiker Doyle Bramhall II, mit dem sie einst in Austin ihr Leben geteilt hatte. Heute sind sie wieder ein Paar. Zellweger sagt dazu nur so viel: "Ich bin mit jemandem zusammen und fühle mich zu Hause." Die Schauspielerin, die vor ihrer Pause rund 40 Filme gedreht hat, formuliert heute ihre Sätze vorsichtig, und sie blickt ihren Worten hinterher, als ob sie sicherstellen wolle, dass man sie richtig verstehe. Kommt ihr etwas zu nahe, sagt sie: "Stopp, wir sollten das Thema wechseln." Und blickt aus ihren Augen kurz sehr eisig.

Überhaupt, ihr Gesicht. Die amerikanische "Vogue" beschrieb es einmal als "Fusion aus Goldie Hawn und Lucille Ball", der quietschenden Blondine und der großen Diva der 40er Jahre. Ein Gesicht wie eine "expressive Leinwand". Mit ihren schmalen Augen und hohen Wangen kann Zellweger ungeschminkt wie ein Kassenmädchen aus einem Vorortsupermarkt aussehen, richtig Allerwelt eben, und dann Sekunden später ganz großes Schauspiel aufführen. Ohne Übergang von Freude zu Trauer zu Wahnsinn oder zu nichts übergehen. Ja, sie vermag sogar Schweigen zu spielen. Manche behaupten, man könne Tolstojs Anna Karenina nur von Zellwegers Gesicht abfilmen.

Dass fast der komplette Erfolg ihrer Bridget Jones auf diesem Gesicht beruht, ist Ausdruck der skandalösen Unterforderung ihrer Möglichkeiten. Sicher, keine andere konnte und kann - wie jetzt im dritten Teil - Bridget Jones so geben, aber die liebenswerte Trulla Bridget ist eben auch nur das: eine Trulla.

"Ich bin froh, dass man mir mein neues Leben ansieht"

Rätselhaft war dann, was 2014 geschah. Renée Zellweger machte eine kleine Pause von der Pause, zeigte sich auf dem roten Teppich einer Hollywood-Gala und sah anders aus, ganz anders. Das tun in Hollywood, aber auch in London oder Hamburg Frauen (und Männer) eines bestimmten Alters ebenso, und es sei dahingestellt, wer oder was Gesichter strafft, verändert und des Alters beraubt oder davon befreit. Doch bei Zellweger war es ein Schock zu sehen, wie eines der markantesten Gesichter des Kinos sich zu einer seltsam glatten Egalität gewandelt hatte. Der Sturm der Fragen, der Sorge und vor allem der Häme war gewaltig. Es wurde gescherzt: "Was sagt sie denn, wenn sie den Führerschein zeigen muss?" Zellweger reagierte mit einem Satz, der merkwürdig klang, den man von heute aus betrachtet besser versteht: "Ich bin froh, dass man mir mein neues Leben ansieht." Wie genau dieses neue Leben ihr Gesicht formte, darüber könnte man mit Ärzten und Psychologen spekulieren, aber man sollte es lassen, weil es Privatsache ist, was jeder mit sich selbst macht.

Renée Zellweger tapste noch etwas unsicher in diesem neuen Leben und meldete sich auf "The Huffington Post" leicht verstiegen zu Wort: "Nicht, dass es irgendjemanden etwas angeht, aber ich habe mich nicht entschieden, mein Gesicht zu verändern und meine Augen operieren zu lassen." Kommt man heute mit ihr in die Nähe dieses Themas, biegt sie schon weit vorher ab: "Warum sprechen wir darüber, wie Frauen aussehen? Warum bewerten wir Schönheit höher als das, was Frauen zum Leben beitragen?"

Mittlerweile hat sich die Aufregung gelegt, in "Bridget Jones’ Baby", der am 20. Oktober bei uns in den Kinos startet, kann Zellweger fast wieder so schusselig dreinschauen und in den Matsch fallen wie einst.

Doch ist das heute noch lustig? "Bridget ist ebenfalls älter geworden", sagt Zellweger, "und sie ist schwanger und weiß nicht, von welchem ihrer beiden Männer. Das ist sehr zeitgemäß." Ach, wirklich?

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(