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ARD-Comedy Frustriert und alkoholisiert: Carolin Kebekus zeigt, wie Singles in vielen Filmen dargestellt werden

Carolin Kebekus
Carolin Kebekus zeigt, wie Singles in Filmen oft dargestellt werden: als frustrierte Personen.
© ARD
Das Ärgernis ist schon lange bekannt: In vielen Filmen können Frauen nur dann glücklich werden, wenn sie einen Mann finden. Carolin Kebekus zeigt, dass es auch anders geht.

Gibt es keine glücklichen Singles auf der Welt? Diese Frage stellt sich Carolin Kebekus in ihrer Show angesichts der Welle romantischer Komödien wie "Tatsächlich... Liebe" oder "Bridget Jones", die in der Weihnachtszeit die TV-Sender fluten. "Was ist in diesen Filmen für Frauen das absolut schlimmste, was passieren kann? Flut, Krieg, Tom Cruise? Nein - sie wird Single!", bringt Kebekus das Problem auf den Punkt.

Dass es durchaus glücklich alleinstehende Frauen gibt, davon ist die Comedienne überzeugt. Nur kämen die in diesen Filmen nicht vor. Dort seien alle Frauen ohne Partner super unglücklich - wie eben Bridget Jones.

In einem kurzen Beitrag zeigt sie, wie weibliche Singles in Rom-Coms dargestellt werden. Kebekus sitzt als mit ihrem Leben zufriedene und mit einem reichen Sozialleben ausgestattete Person daheim auf dem Sofa. Gerade telefoniert sie noch, um sich mit einer Freundin in der Bar zu verabreden. 

Carolion Kebekus als frustrierter Single

Das kann natürlich nicht sein. Und so greift die Regie ein. Eine Offstimme erklärt: "Carolin hatte 64 Zigaretten und 9 Alkoholeinheiten." Auch weiß der Sprecher: "Caro ist unglücklich, denn sie ist alleine. Keine Nachrichten auf dem Anrufbeantworter." Ihr Einwand, dass heutzutage niemand mehr solch ein Gerät habe, wird sofort entkräftet: Die Regie zaubert einen Anrufbeantwortet in ihr Wohnzimmer.

Die Umgestaltung der Figur geht weiter. Als nächstes sitzt Kebekus im Pyjama vor dem Fernseher und schaut fern. "In ihrem Kopf gibt es nur einen Gedanken: Wann kommt endlich ihr Prinz? Der Mann, der sie vorm Alleinsein bewahren und endlich glücklich machen kann", erklärt der Sprecher ihre Gedanken.

Lange sträubt sich die Frau gegen diese Verzerrung ihrer Lebensrealität. Doch an einem Punkt gibt sie auf: "Carolin hat leider keinen Ehemann. Dafür kann sie immer Trost finden in ihrem stetigen Begleiter: der unentbehrlichen Riesenpackung Eiscreme."

Singles sind laut Studien sogar weniger einsam

Dieser klischeehaften Darstellung unverpartnerter Frauen hält Kebekus Fakten entgegen: In Deutschland lebten fast 17 Millionen Menschen allein. Und die seien nicht unglücklicher als der Rest: Studien zeigten, dass Singles oft weniger einsam seien als Verheiratete, die sich mit ihrem Partner oft zurückzögen. Singles pflegten dagegen die anderen Beziehungen in ihrem Leben, Freundschaften und Familie.

Was dagegen nervt: Familie, insbesondere die Oma, die ständig nach einem Partner, einer Hochzeit oder gar Kindern fragt und nicht einsehen will, dass eine Frau auch alleinstehend glücklich sein kann.

Am schlimmsten sei aber die eigene Stimme im Kopf, die immer nach einem Happy End verlange – so wie Tom Hanks und Meg Ryan in "Schlaflos in Seattle". Von klein auf werde einem vermittelt, dass die Liebesbeziehung die Wichtigste im Leben sei. Diesem gängigen Narrativ stellt die Comedienne nun ihre eigene Version von einem Happy End entgegen.

Ganz anders als bei Tom Hanks

Carolin Kebekus stellt dafür die Schlusszene von "Schlaflos in Seattle" nach, die auf dem Dach des Empire State Building spielt. Kebekus ist gekommen, um einen Mann zu treffen. Und tatsächlich: er kommt. Ein hochromantisches Setting, dass nun in einem Dialog kulminiert: "Jedenfalls finde ich, dass wir beide füreinander...", hebt sie an. Der Mann lauscht voller Erwartung, "überhaupt nicht bestimmt sind", beendet Kebekus den Satz.

Ist damit die Romantik gekillt? Das glückliche Ende verbaut? Im Gegenteil: "Oh mein Gott", atmet der Mann vor Erleichterung aus. "Das sehe ich genauso." Ein ebenso schöner wie plausibler Ausgang eines Dates – das in Filmen bislang fast nie in Betracht gezogen wird.

Carolin Kebekus zeigt in ihren Beitrag letztlich überzeugend auf, dass es für eine Frau weit mehr Wege zum Glück gibt als einen Partner zu finden.

Die komplette Folge der "Carolin Kebekus Show" können Sie in der ARD-Mediathek sehen

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