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Steven Spielbergs "Gefährten" Viel Pathos um einen Vierbeiner


Oppulente Bilder und eine hochemotionale "Lassie"-Geschichte: Der neue Spielberg-Film "Gefährten" hinterlässt ein seltsames Gefühl.
Von Sophie Albers
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Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Jeremy Irvine, Emily Watson, David Thewlis

Es ist großes, episches Kino, aber mittendrin ist etwas gewaltig schief gegangen. Denn "Gefährten" hat sehr viel von einem Propagandafilm. Steven Spielberg erzählt in opulenten, hyperemotionalen "Lassie"-"Fury"-Bildern die Geschichte des Bauernjungen Albert (Jeremy Irvine) und seines geliebten Pferdes Joey. Beide teilen ihre harte Jugend in Irland Anfang des 20. Jahrhunderts und werden schließlich tränenreich getrennt, als der Erste Weltkrieg ausbricht. Das schöne Rassepferd Joey bekommt ein Offizier, Joey darf als Gefreiter zu Fuß aufs Schlachtfeld ziehen. Während der Junge sich durch die Kriegsgrauen kämpft, wechselt Joey immer wieder den Besitzer, zuweilen sogar unabhängig von Frontlinien. Was den Film vorantreibt, ist die Hoffnung, dass Joey und Albert sich eines Tages wiederfinden. Es gibt wirklich beeindruckende Bilder zu sehen, und Spielberg beherrscht das Gefühlsklavier perfekt. Doch wird der Krieg auch immer wieder romantisiert, wenn es um Ehre und Vaterlandsliebe geht. Und das hinterlässt beim Verlassen des Kinos ein sehr seltsames Gefühl.


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