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Theater: Die Klimbim-Familie kehrt zurück

Klimbim-Familie weckte bei ihrer Rückkehr nostalgische Gefühle: Wie einst in den 70er Jahre stiegen die untoten Familienmitglieder zu Chopins Trauermarsch aus fünf Särgen auf die Bühne und ins pralle Leben.

Beifall und Nostalgie bestimmten die Premiere der legendären TV-Kultserie "Klimbim" am Freitagabend in der Kleinen Komödie am Max II in München. Die Premierengäste, darunter zahlreiche Kollegen wie Katja Ebstein, schwelgten in Nostalgie: "Klimbim war eine der besten Comedy-Shows, die es je gab im deutschen Fernsehen", sagte Schauspieler Horst Janson ("Forsthaus Falkenau"). "Es war einfach ausgesprochen witzig."

30 Jahre später

Drei Jahrzehnte nach der TV-Erstausstrahlung bringt das Theaterstück "Die Klimbim-Familie lebt!" unter der Regie von Thomas Pröve die Originalbesetzung wieder zusammen. Die 62-jährige, gertenschlanke Elisabeth Volkmann in Pumps, Korsett und Strapse glänzte als sexbesessene Mutter Jolanthe. Mit Witz, Charisma und ihrer tragenden Stimme stand sie im Mittelpunkt der Aufführung. Auch Ingrid Steeger erntete als freches Töchterchen Gaby von Klimbim zahlreiche Lacher. Im Stück ist sie zwar nunmehr 45 Jahre alt, erntete aber mit herrlicher Schmoll-Schnute und ihrer Berliner Schnauze, mit Zöpfen, Zahnlücke, Nickelbrille und Latzhose umso mehr Lacher. Die Schauspielerin, die wiederholt etwa wegen Depressionen für Schlagzeilen gesorgt hatte, verhaspelte sich zwar einige Male, wirkte aber ansonsten munter.

Horst Jüssen als Stiefvater Adolar ist zugleich Autor des Stücks. Mit den "Klimbims" will er Alltags-Satire und Gesellschaftskritik liefern, aber auch heutige TV-Comedy kritisieren. Wichart von Roëll mimte erneut den kriegsbegeisterten Großvater. Geburtstagskind Peer Augustinski beeindruckte in wechselnden Rollen seine zahlreichen Kollegen. Die Bühne war mit blauem Grammophon, blauer Mülltonne, orange-braunen Blumentapeten, Deutschlandflagge und Vogelbauer ein perfekter Nachbau der Kult-Sendung. Nur dass das Setting ausschließlich im Hause derer von Klimbim spielte, störte einige Premierengäste.

Tournee bis Ende 2006

Bei der anschließenden Premierenfeier gab es ein rauschendes Wiedersehen zahlreicher alter Schauspielkollegen und ihrer Fans. "Es ist ein schönes Treffen mit Freunden", sagte Schauspielerin und Sängerin Katja Ebstein. "Klimbim auf die Bühne zu bringen, war eine mutige Unternehmung, aber es passt in unsere Zeiten." Kabarett verständlich und gleichzeitig schnell genug auf die Bühne zu bringen, sei besonders schwierig. Es sei normal, dass dies bei einer Premiere nicht gleich gelinge. "Ich glaube aber, dass das Stück laufen kann." Ein Wiedersehen feierten auch Janson und Steeger. Die beiden standen bereits zwei Mal gemeinsam auf der Bühne ("Funny Money", "Anfängerglück"). In "Klimbim" war Janson etwa als Pfarrer mehrere Male aufgetreten. "Es war eine Ehre, wenn man damals als Gast eingeladen war", erinnert er sich.

Das Stück soll bis Ende 2006 durch Deutschland und die Schweiz touren und unter anderem in Köln, Düsseldorf und Berlin zu sehen sein.

Dorothée Junkers, dpa / DPA