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Uma Thurman im Video-Interview: "Da will man sich die Arme aufschneiden"

"Zufällig verheiratet" ist definitiv kein Glanzlicht in Uma Thurmans Karriere. Im Gespräch mit stern.de verrät die Tarantino-Muse, warum sie die romantische Komödie trotzdem gemacht hat. Regisseur Griffin Dunne bringt dann auch noch den US-Präsidenten ins Spiel.

Von Sophie Albers

Das erste, was man von Uma Thurman an diesem Tag sieht, ist ein großes Taschentuch, mit dem sich der Hollywoodstar ziemlich rabiat die Nase säubert. Mit großen Schritten durchmisst die US-Schauspielerin großartiger Filme wie "Pulp Fiction", "Kill Bill" oder auch "Gattaca" den Hotelflur, spricht laut und bestimmt auf ihre Assistentin ein. Sie scheint es eilig zu haben.

Die 38-Jährige ist in Berlin, um ihren neuen Film "Zufällig verheiratet" vorzustellen. Eine romantische Komödie. Die Geschichte einer Beziehungsberaterin, die einem Feuerwehrmann die Hochzeit versaut, der dann aus Rache wiederum ihre torpediert. Es ist ein belangloser Film geworden. Niedlich-nett. Der Anspruch, die Screwball-Comedys aus den 40er und 50er Jahren, in denen sich Katharine Hepburn und Spencer Tracy verbal die Kleider vom Leib rissen, wieder aufleben zu lassen, bleibt jedoch unbefriedigend unerfüllt. Es ist das harmloseste Hollywood.

Thurman verrückt gerade die Leuchter, schließlich mache sie den Job lange genug, um zu wissen, was am besten aussieht, sagt sie. Sie wirkt hart, ein bisschen zickig, hochkonzentriert. Dann klatscht sie in die Hände und ruft: "Es kann losgehen".

Der wunderbare Griffin Dunne

Ein paar Türen weiter sitzt der wesentlich besser gelaunte Regisseur Griffin Dunne. Mit dem Namen kann zwar kaum einer etwas anfangen, aber das Gesicht kommt einem bekannt vor. Das liegt daran, dass der Mann früher Schauspieler war: Er verwandelte sich in den "American Werewolf" (1981), und er spielte in Martin Scorseses "Die Zeit nach Mitternacht" (1985) die Hauptrolle. 1987 durfte Madonna neben ihm in "Who's that Girl?" Faxen machen. In den 90ern jedoch entschied sich Dunne, hinter die Kamera zu treten: Mit Meg Ryan und Matthew Broderick drehte er "In Sachen Liebe" (1997), mit Sandra Bullock und Nicole Kidman "Zauberhafte Schwestern" (1998). Und nun also eine Komödie mit Herz und Thurman.

Dunne lacht warm und weich, verdreht die Augen, um dann wie ein Junge zu grinsen. In schlechten Zeiten müsse man Komödie wie diese machen, sagt er. Immerhin für Hollywood seien die miesen acht Jahre unter Bush also eine Inspiration gewesen. So gesehen sei Barack Obama eigentlich schlecht fürs Kino. Wenn alles gut ist, gebe es weniger gute Filme zu sehen.