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Wunschkonzert: Wagner, die Liebe und Loriot

Zu Ehren des 80. Geburtstag von Loriot hat die Deutschen Oper Berlin in Anwesenheit zahlreicher prominenter Gäste ein Gala-Konzert mit Werken seines Lieblingskomponisten Richard Wagner ausgerichtet.

"Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen. So unrecht kann er nicht haben." Mit diesen Worten eröffnete der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), mit einem Seitenblick auf seinen Lebensgefährten Jörn Kubicki am Donnerstagabend ein Galakonzert als nachträgliche Gratulationscour zum 80. Geburtstag Vicco von Bülows alias Loriot.

Auf dem Programm unter dem Motto "Szenen einer Ehe - Glück und Unglück" standen in der Deutschen Oper Berlin ausschließlich Werke von Loriots Lieblingskomponisten Richard Wagner. Den Höhepunkt bildete der erste Akt der Oper "Walküre" mit den Sängern Stephanie Friede als Sieglinde, Christian Franz als Siegmund und Kurt Rydl als Hunding.

Bunte Luftballons und Konfetti

Dabei wurde der Jubilar, der seinen Geburtstag bereits am 12. November feierte, vom Publikum stürmisch gefeiert, darunter die Altbundespräsidenten Walter Scheel und Richard von Weizsäcker sowie die Wagner-Urenkelin Nike Wagner und Comedy-Star Bastian Pastewka. Schließlich regnete es sogar bunte Luftballons und Konfetti in den Saal herab.

Zahlreiche prominente Gratulanten

Gratulanten und Moderatoren zwischen den einzelnen Opernausschnitten waren die TV-Moderatoren Günther Jauch, Sabine Christiansen und Sandra Maischberger, die Schauspieler Mario Adorf, Otto Schenk und Otto Sander sowie der frühere Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU). So würdigte der Wiener Schauspieler und Opernregisseur Schenk Loriot als "Grandseigneur des Unfugs" mit einer Spürnase "für alles, was den Menschen schief gehen kann". Unter Anspielung auf den "Wagnerianer Loriot" erinnerte Schenk an sein eigenes "Urerlebnis" mit Wagner, "als ich die Gralserzählung auf russisch sang, begleitet von einem blinden Zitherspieler, allerdings im Kabarett".

Hat Loriot mehr Sex als Günther Jauch?

Jauch ärgerte es etwas, dass in einer Internet-Suchmaschine die Kombination Loriot/Sex 2240 Treffer erziele, "450 mehr als bei der Kombination Jauch und Sex". Aber es würde ja keiner jünger, meinte Jauch, der an den Spruch seiner Eltern bei runden Geburtstagen erinnerte, unbekümmert der feinen Gesellschaft im Saal an diesem Abend: "Und wirft der Arsch auch Falten, so bleiben wir doch die alten."

Maischberger fühlt sich bei Wagner wohl

Ex-Minister Blüm ("Die Rente ist sicher") beantwortete seine selbst gestellte Frage "Was habe ich mit Loriot zu schaffen" mit dessen Erinnerung, wonach Loriot der "Tristan"-Akkord als Mitdreißiger eine neue Welt eröffnet habe und fügte hinzu: "Damit sind wir beim Thema Dissonanzen und damit bei der Rente." Der Politiker hatte auch seine eigene Definition von Liebe parat, wenn er über Rache und Hass in manchen Opernstoffen philosophierte: "Liebe ist der permanente Mauerfall." Einige Rätsel gab Sandra Maischberger der Festgesellschaft mit ihrer Bemerkung auf "Bei Wagner fühle ich mich als Frau wohl", sinken doch die Frauen in Wagners Opern am Schluss oft "entseelt" zu Boden oder werden "erlöst".

Loriot äußerte schließlich seine "rückhaltlose Bewunderung" für die Bemühungen der Moderatoren ("Ich weiß, wovon ich rede"), "uns das Werk eines umstrittenen sächsischen Komponisten näher zu bringen". Am Schluss stand ein überglückliches 80-jähriges "Geburtstagskind" auf der Bühne, das sich für das "überwältigende Geburtstagsgeschenk" bedankte und als "Draufgabe" auch noch drei Flaschen Wein seines Geburtsjahrganges 1923 erhielt.

Alle Besucher der Gala erhielten am Ausgang einen "Kosakenzipfel", den Loriot in einem seiner berühmtesten Sketche zum Zankapfel gemacht hat. Danach ging es noch zum Galadiner ins Hotel Adlon am Brandenburger Tor - nachdem sich Loriot auf der Bühne mit einer seiner berühmten philosophischen Fragestellungen verabschiedet hatte: "Und was nun?"

Wilfried Mommert, dpa / DPA