HOME

Gesellschaft für deutsche Sprache hat entschieden: "Stresstest" ist Wort des Jahres 2011

Dass der Begriff ursprünglich aus der Medizin stammt, ist fast schon in Vergessenheit geraten. Bekannt wurde er in Zusammenhang mit dem umstrittenen Bahnprojekt "Stuttgart 21" und ging inzwischen in den allgemeinen Sprachgebrauch ein. "Stresstest" ist das Wort des Jahres 2011.

Der Begriff "Stresstest" ist zum Wort des Jahres gekürt worden. Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden bekannt.

Der ursprünglich aus der Medizin entlehnte Begriff sei im Laufe des Jahres "auffällig oft" verwendet worden. Er sei zur Beschreibung der Praxis verwendet worden, Banken, Atomkraftwerke oder das Bahnhofsprojekt "Stuttgart 21" auf Belastbarkeit zu prüfen und haben damit "politische, wirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Relevanz" erlangt, teilte die GfdS zur Begründung mit.

"Hebeln" und "Arabellion" folgen auf den Plätzen

Auf Platz zwei setzten die Sprachwissenschaftler das Wort "hebeln", das für die Ausweitung des Eurorettungsschirms steht. Den dritten Platz belegt der Begriff "Arabellion", ein Kunstwort und Oberbegriff für die Revolutionen und politischen Umwälzungen in arabischen Ländern, die sich 2011 ereigneten.

Außerdem wurden die Worte "Merkozy", "Fukushima", "Burnout", "guttenbergen", "Killersprossen", "Ab jetzt wird geliefert!" und "We are the 99 %" auf die Liste gesetzt.

Im vergangenen Jahr hatte die Gesellschaft den "Wutbürger" ausgewählt, gefolgt von "Stuttgart 21".

Die GfdS ermittelt das Wort des Jahres seit 1971. Die Entscheidung wird von einer Jury aus dem Kreis der Wörter getroffen, die ihrer Meinung nach die öffentliche Diskussion prägten.

fro/DPA/AFP / DPA
Themen in diesem Artikel