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Hector Umbra: Und wenn die Welt voll Wahnsinn wäre

Hector muss geradezu zwanghaft fiese Gehirndämonen zeichnen, solange bis sein bester Freund verschwindet

Hector muss geradezu zwanghaft zeichnen, darin seinem Schöpfer Uli Oesterle nicht unähnlich. Fiese Gehirndämonen sind das Thema seiner Kunst Und um deren Wirken geht es auch der "Der halbautomatische Wahnsinn. Teil1 / Fern von Osaka".

Die Welt von Hector besteht aus einer Überdosis Techno-, Künstler-, Drogen- und Discoszene. Lebensmotto: Leere Kühlschränke - volle Lokale. Hinzu kommen die Zutaten des Hohen Liedes von Künstlern und Freundschaft: Bier, Musik, Jägermeister, nicht zuletzt die Babes. Mitten in der Nacht verschwindet der D.J. Osaka aus der der Diskothek "Robot Mitchum". Er hinterlässt keine Spuren, dafür aber bislang verborgenes Privatleben. Wurde er von fiesen Gehirn-Gnomen entführt? Die Suche nach der Antwort treibt Hector in die Hölle, stilecht im Hinterzimmer einer Trinkerkneipe gelegen. Dort erfährt er Weisheiten aus der Welt der Verstorbenen, wie: "Tote Mädel können so kalt sein."

Szene und Mystery

Soweit klingt das alles vertraut - auch dass die Welt in Form eines durchgeknallten DJ´s gerettet werden muss, ist eine eher übliche Aufgabe. Doch Uli Oesterle mischt einen durchgeknallten, sinistren Cocktail und liefert finstere Ansichten aus der sonst so lieblichen Bayern-Mettropole. Besonders München-Fans dürften sich an ungewohnten Look der Stadt und der Winkel, die die Helden durchwanken, erfreuen.

Alptraum-Album

Düster-bezaubernd wird das Album, sobald der Leser sich in die Zeichnungen vertieft. Die Reduktion auf wenige, kräftige Grundfarben erreicht eine starke emotionale Färbung der Seiten. Eigenwillig geformte Personen hypnotisieren den Leser und ziehen ihre Bahn über großzügig gestalteten Seiten. Die Grenze zwischen Wirklichkeit und Wahnsinn verschwimmt. Eingebettet in tiefschwarze Schatten erscheint die aberwitzige Geschichte als das Normalste der Welt.

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