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Historien-Comic: Die Schrecken des Grabenkrieges

Jacques Tardi mit einem kritischen und zugleich menschlichen Werk über die Schrecken und die Sinnlosigkeit des Krieges.

"Grabenkrieg" dokumentiert die Grauen des Ersten Weltkriegs. Jacques Tardi zeichnet seine Soldaten als Personen unterschiedlichster Couleur und hält sie dabei wunderbar menschlich. Bei ihm gibt es weder einen Protagonisten, der durch den Band begleitet, noch heldenhafte Figuren. Das ist für die Comic-Brance eher unüblich. Stattdessen zeigt er die Hölle des Grabenkriegs in einzelnen Episoden.

Tardi konzentriert sich darauf, die alltäglichen Grausamkeiten abzubilden und die Absurdität und Sinnlosigkeit des Kriegs vorzuführen: Soldaten, die zunächst enthusiastisch in den Krieg ziehen, aber schon bald aufgrund dessen Unsinnigkeit und Härte desillusioniert sind. Soldaten, die vom Feind ermordet, vom Vorgesetzten in den Tod getrieben oder, als Deserteur verdächtigt, von den eigenen Truppen hingerichtet werden.

Comic mit dokumentarischen Charakter

Der Mangel an Dialog und die Detailtreue verleihen "Grabenkrieg" einen dokumentarischen Charakter. Trotzdem lag es nicht in Tardis Absicht, den Ersten Weltkrieg umfassend und chronologisch abzubilden. Sein Fokus richtet sich auf das individuell Erlebte, auf die Austauschbarkeit der Soldaten auf beiden Seiten der Front und vor allem auf die Sinnlosigkeit eines jeden Krieges.

Mit sparsamen Strichen gelingt es Tardi, die komplexen Emotionen der Soldaten festzuhalten und die Unsinnigkeit und den Wahnwitz des Kriegs zu verdeutlichen.

Die Details zu diesem Comic lieferte der Fotograf Jean-Pierre Verney, der im Ersten Weltkrieg die Unerträglichkeiten abgelichtet und später der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Tardi findet hier unablässig Anleitung, seine schwarz-weißen Zeichnungen mit realistischen Details zu anzureichern.

Birgit Helms

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