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Ausstellung "Kunstraub-Raubkunst": Schweriner Museum zeigt einst geraubte Kunst

Das Staatliche Museum in Schwerin zeigt in seiner neuen Ausstellung Gemälde, Grafiken, Medaillen, Waffen und Plastiken, die eins gemeinsam haben: Sie alle sind Raubkunst.

Das Staatliche Museum Schwerin zeigt von Freitag an bis zum 1. Februar die Ausstellung "Kunstraub-Raubkunst". Sie präsentiert rund 160 völlig unterschiedliche Exponate, die eine ähnliche Geschichte verbindet: Sie waren einmal aus dem Museum verschwunden, erbeutet, geraubt, entnommen oder gestohlen worden. Darunter sind Gemälde und Grafiken, Medaillen und Münzen, Waffen, Plastiken und kunsthandwerkliche Gegenstände.

Im Mittelpunkt der Schau stehen Kunstschätze aus den Sammlungen der Mecklenburgischen Herzöge, die 1807 von napoleonischen Truppen in den Pariser Louvre gebracht worden waren. Etwa 70 Bilder aus Schwerin, vorwiegend holländischer und flämischer Maler, wurden dort gezeigt. 1816 kehrten sie nach Schwerin zurück.

Eine größere Abteilung ist auch dem Kunstraub der   Nationalsozialisten gewidmet. Aus dem Schweriner Landesmuseum wurde als "entartet" diffamierte Kunst entfernt und zum Teil profitabel ins Ausland verkauft. Dafür steht in der Ausstellung Ernst Barlachs Skulptur "Das Wiedersehen". Während des Zweiten Weltkrieges wurden überall Kunstwerke zum Schutz vor Zerstörung ausgelagert. Aus Schwerin gelangten Gemälde nach Celle, Waffen und Uniformen in die Sowjetunion. Sie kamen 1958 und 1961 zurück. Mehr als 5000 Kunstwerke gelten jedoch noch immer als "kriegsbedingt vermisst".

DPA / DPA
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