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Ausstellung: Vom Nibelungenlied bis Donald Duck

Ungefähr 110 Millionen Menschen sprechen Deutsch als Muttersprache. In Berlin gibt die Ausstellung "Die Sprache Deutsch" einen Überblick zur Entwicklung unserer Sprache von alten Handschriften über medizinische Erkenntnisse bis hin zu berühmten Sprechblasen-Texten.

Einen breiten Überblick über die Geschichte der deutschen Sprache bietet eine Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Sie spannt einen Bogen von der "Abrogans-Handschrift" als ältestem Buch in deutscher Sprache aus dem 8. Jahrhundert bis zu den Donald-Duck-Sprechblasen-Übersetzungen von Erika Fuchs. Die Ausstellung "Die Sprache Deutsch" wird im Zeughaus Unter den Linden vom 15. Januar bis zum 3. Mai gezeigt und korrespondiert mit einer seit Dezember im Bonner Haus der Geschichte zu sehenden Schau "man spricht Deutsch" über Phänomene der deutschen Gegenwartssprache.

In der Berliner Ausstellung steht die Literatur als "Höhepunkt sprachschöpferischen Tuns" mit Notizen, Manuskripten, Typoskripten und Tonträgern im Mittelpunkt. Außerdem gibt es neben Sprachdokumenten aus Theater, Film, Fernsehen und Wochenschau auch eine "Tonschleuse" für den "akustischen Zugang" zum Ausstellungsgegenstand, der für Ausdruck und Vielfalt der Sprache sensibilisieren soll.

Die sprachliche Spaltung

Der Zeit nach 1945 ist eine eigene Abteilung gewidmet, da der Zweite Weltkrieg zu einer abrupten Veränderung der Sprachgrenzen geführt habe. Durch Flucht und Vertreibung ist es zu einer gewaltigen Bevölkerungsverschiebung von Ost nach West gekommen, und die Teilung Deutschlands hat zudem zu einer weiteren politischen und sprachlichen Spaltung geführt.

Wie viele Sprachen es auf der Welt gibt, ist laut Historischem Museum nicht genau zu beziffern. Chinesisch werde zurzeit von etwa 1,2 Milliarden Menschen gesprochen und führe, gefolgt von Englisch mit 478 Millionen, die Statistik an. Deutsch sei die Muttersprache von etwa 110 Millionen Menschen und gehört zur indogermanischen Sprachgruppe. Es ist eine relativ junge Sprache und wird in den Quellen des frühen Mittelalters als die "Sprache des Volkes" bezeichnet. Erst Buchdruck und Reformation gaben der Volkssprache Deutsch eine größere Bedeutung und beförderten die Entwicklung der deutschen Hochsprache.

juw mit DPA
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