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Dresden-Ausstellung: Der Mythos der Elbstadt

Frauenkirche, die Bomben von 1945 - damit verbindet man Dresden. Aber wer weiß schon, dass dort das Mundspray erfunden und der Ausdruckstanz seine Wurzeln hat? Die Ausstellung "Mythos Dresden" führt kulturhistorisch durch die Stadt.

Wie jeder Mythos hat auch der von Dresden zwei Seiten: Auf der einen Seite stehen die prunkvollen Barockbauten, die vor allem unter der Herrschaft des charismatischen Kurfürst August des Starken errichtet wurden. Auf der anderen Seite steht Dresden wie keine andere Stadt symbolisch für ein durch den Größenwahn des Dritten Reichs untergegangenes Deutschland. In der Bombennacht vom 13. Februar 1945 wurde das glanzvolle Elbflorenz in Schutt und Asche gelegt.

Die Ausstellung ist in fünf große Räume untergebracht, in denen jeweils ein Themengebiet untergebracht ist. Unter dem Titel "Luftschlösser" sind im ersten Bereich Architekturentwürfe zu sehen, die nie umgesetzt wurden.

Hofmaler kam aus Venedig

Das "Dionysische Dresden" macht mit dem sinnenfreudigen Barockzeitalter bekannt. Der Künstler Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, kam aus Venedig nach Dresden und wurde von August II. zum Hofmaler bestellt. Unter seinen zahlreichen Dresden-Gemälden, die er zum Ruhme der Stadt schuf, ist das bekannteste Werk "Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke" aus dem Jahr 1748.

Freischütz und Semperoper

Ob Literatur, modernder Tanz oder Musik – in Dresden entstanden immer wieder bedeutende künstlerische Werke, was im Bereich "Musenort" dokumentiert wird. Der Romantiker E.T.A. Hoffmann, der 1813 nach Kapellmeister nach Dresden kam, verfasste etliche seiner berühmten Märchen in dieser Stadt. Und mit dem "Freischütz" komponierte der Dresdner Hofkapellmeister Carl Maria von Weber die erste volkstümliche Oper in deutscher Sprache. Sie war auch das erste Stück, das zur glanzvollen Wiedereröffnung der Semperoper 1985 aufgeführt wurde.

Strategische Stellung kostete 35.000 Tote

"Apokalypse" zeigt das dunkelste Kapitel der Dresdner Geschichte: Tod, Zerstörung und unermessliches Leid. Als die britischen Bomben auf die Stadt fielen, kamen rund 35.000 Menschen im Feuersturm von bis 1000 Grad Celsius ums Leben. Wegen ihrer geografischen Lage war die Stadt Drehkreuz des Bahnverkehrs, zahlreiche Dresdner Fabriken stellten kriegswichtige Produkte her.

Wie Phoenix aus der Asche

Die 800 Jahre alte Stadt hat es mittlerweile geschafft, sich zu einer modernen Großstadt zu wandeln und mit großer Unterstützung aus aller Welt ihre kulturhistorischen Schätze wiederaufzubauen. Diese "Metamorphose" zeigt der letzte Abschnitt der Ausstellung "Mythos Dresden".

Die kulturhistorische Revue durch Dresden ist bis zum Jahresende geöffnet und präsentiert knapp 730 Exponate. Zu ihnen gehören ein Rosenkranz des Sachsen- Herrschers August der Starke, sein Thronsessel, Gemälde und Zeichnungen, Filme, Tondokumente, bekannte Produkte aus Dresden und Zeugnisse der Zerstörung aus dem Zweiten Weltkrieg. Mehr Infos gibt es unter www.dhmd.de

DPA/kbu / DPA
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