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Hiroshi Sugimoto: Großmeister der Grautöne

Keiner komponiert so fein mit schwarz und weiß - Stille und Spiritualität zeichnen das Werk von Hiroshi Sugimoto aus. In einer umfangreichen Retrospektive zeigt das Düsseldorfer Museum "K20 - Kunstsammlung am Grabbeplatz" über 50 Fotografien des japanischen Lichtbildners.

Von Almut F. Kaspar

Das "K20" am Düsseldorfer Grabbeplatz am Rand der Altstadt ist ein futuristischer Bau mit einer kühn gewundenen Fassade. Bereits in der geschwungenen Halle im Erdgeschoss geraten die Besucher in den Bann von 13 großformatigen Bildern aus der Serie "Seascapes" - meist minimalistische Schwarz-weiß-Fotografien von flachen Meereshorizonten. Ein Wechselspiel von Licht und Schatten, Studien der Stille. Klarheit und Leere zeichnen diese außergewöhnlichen Bilder aus. Seine farbigen Meeresansichten erinnern dagegen an Gemälde von William Turner.

Erinnerung sichtbar machen

"Mein Anliegen ist es, mit den Mitteln der Fotografie eine uralte Stufe der menschlichen Erinnerung sichtbar zu machen", sagt Hiroshi Sugimoto, der schon lange in New York lebt, "ob individuelle oder kulturelle Erinnerung oder die kollektive Erinnerung der Menschheit insgesamt: Es geht darum, in die Vergangenheit zurückzugehen und sich zu erinnern, woher wir kommen und wie wir entstanden sind." Sugimoto, einer der international renommiertesten Fotokünstler, arbeitet nach dem Konzept der Serie - über längere Zeitabschnitte schafft er Lichtbilder, die allesamt nach einer bestimmten Idee konsequent ein bestimmtes Thema illustrieren.

Solche Bilder-Serien und Werkgruppen dominieren auch die jetzt präsentierte Retrospektive: Momentaufnahmen aus dem Theater etwa, die Hiroshi Sugimoto seit 1978 fotografiert, Dioramen - abgedunkelte Schaukästen, die der fotografische Urvater Daguerre erfand - und Wachsfiguren-Kabinette (seit 1976), Meeresansichten (seit 1980) und Architektur (1997). Gerade seine architektonischen Fotos, aus ungewöhnlichen Perspektiven aufgenommen, wollen nicht dokumentieren, sondern Atmosphäre herstellen. Sie trennen berühmte Strukturen aus ihrem Umfeld und ermöglichen ihnen so eine entrückte neue Existenz. Sugimoto hielt auf diese unnachahmliche Weise unter anderem Mies van der Rohes "Seagram Building", das "World Trade Center" sowie Häuser von Frank Gehry, Frank Llloyd Wright oder Philippe Starck fest. Im räumlichen Zentrum des Museumsbaus am Grabbeplatz steht "Onduloid", eine virtuell endlos verlängerbare Aluminium-Stele aus konvexen und konkaven Formen.

Vollkommene Ruhe und Schönheit

Sugimotos Fotos, meist Silbergelatine-Abzüge, sind faszinierend und rätselhaft zugleich, erfordern hochkonzentrierte Betrachter, die sowohl die Aura der Ruhe genießen können als auch die vielen Details in Nahsicht. Die Werke, formal reduzierte Denk-Bilder von unnachahmlicher Schönheit, sind gleichzeitig Lehrstücke über den medial gelenkten Blick der Neuzeit. Denn im Jetzt wirkt die vollkommene Ruhe und Schönheit, die größtmögliche Präzision und diese geheimnisvolle Aura der Sugimoto-Fotos eher verstörend und beunruhigend.

Seit über 30 Jahren schon setzt sich Hiroshi Sugimoto (Jahrgang 1948) mit fernöstlichen Traditionen, insbesondere dem alten Japan und der westlichen Moderne auseinander. Sein Werk ist vor allem beeinflusst von der revolutionären Kunst des Marcel Duchamp, der Pissoirbecken und Flaschentrockner signierte und ausstellte, und der amerikanischen Minimal und Concept Art. Dies zeigt sich nicht nur im Prinzip seiner Serien, sondern auch in der Reduktion und Konzentration seines Bildvokabulars. Eine zeitlose Sprache zeichnet Hiroshi Sugimotos Gesamtwerk aus, das damit eine herausragende Position in der internationalen Fotografie-Szene einnimmt. Kritiker und Kuratoren rühmen immer wieder Sugimotos Fähigkeit, Poesie und Eleganz mit konzeptioneller Komplexität zu verbinden.

Zauber-Künstler der Fotografie

Der Foto-Künstler arbeitet vorwiegend mit einer alten Großbildkamera des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Wobei der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle in seiner Arbeit spielt. Sugimoto belichtet seine Fotografien teilweise über mehrere Stunden, und der Eindruck, dass die Zeit auf seinen Bildern wie eine Theaterkulisse verschoben wird, entsteht durch ein spezielles und sehr aufwändiges Edeldruckverfahren. Sugimoto inszeniert ein regelrechtes Welttheater, wo Darsteller und Dargestelltes kaum zu unterscheiden sind - und spielt dabei virtuos mit unseren Sehgewohnheiten. Ein Zauber-Künstler der Fotografie, der seine Betrachter in die Vergangenheit reisen lässt, um daran zu erinnern, wo wir herkommen.

In jüngster Zeit überschreitet Sugimoto aber auch die medialen Grenzen der Fotografie, in dem er versucht, mit Architektur und Skulptur Räume zu erschließen. In seiner neuesten Arbeit beschäftigt sich der Künstler mit der Visualisierung der Schönheit mathematischer Formeln, die er, zu Modellen geformt, fotografiert.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(