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Mountain Museum: Messners heiliger Gral

30 Millionen hat Extrembergsteiger Reinhold Messner in sein Projekt "Mountain Museum" investiert, viele Jahre wurde Burg Sigmundskron restauriert. Er wolle damit das Element Berg huldigen. Kritiker werfen ihm vor, sich selbst ein "Messner-Mausoleum" zu errichten.

Reinhold Messner eröffnet ein neues Museum: Das Messner Mountain Museum Firmian in Südtirol, das als "Begegnungsstätte Berg-Mensch" konzipiert wurde. Vom kommenden Sonntag an können sich Interessierte aus aller Welt im historischen Schloss Sigmundskron in Südtirol auf einen weitläufigen Parcours begeben, der die verschiedenen Exponate, Gemälde und Kunstwerke in einzelne Themenbereiche gliedert. "Das MMM Firmian soll zeigen, was der Berg mit den Menschen macht", sagte Messner im Vorfeld. "Es handelt sich um eine Begegnungsstätte mit dem Berg, mit der Menschheit und letztlich auch mit sich selbst."

Neben Dauerexponaten gebe es auch einen Raum für jährliche Wechselausstellungen, hieß es in Südtirol. Den Auftakt macht die Ausstellung "Mein romantischer Blick" mit Gemälden dramatischer Bergansichten von Künstlern wie Heinrich Heinlein, Ludwig Gebhardt, Friedrich Wasmann und Anton Hansch aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Im Weißen Turm des Schlosses wird hingegen eine Dauerausstellung über die Geschichte von Sigmundskron gezeigt. Auch gibt es ein "Felsentheater" mit in den Fels geschlagenen Stufen, das Platz für 200 Gäste bietet und für Vorträge, Lesungen, Schauspiel und Konzerte gedacht ist.

Drei Jahre dauernde Restauration

Der 61-jährige Messner hatte im Jahr 2003 die Konzession für die Einrichtung eines Bergmuseums in der Burganlage erhalten. Anschließend wurde die halb verfallene Anlage drei Jahre lang restauriert und umgebaut. Das beeindruckende Schloss, das bei Eppan liegt, wurde zum ersten Mal 945 geschichtlich erwähnt. Im Jahr 1996 waren die Reste der Burg in den Besitz der Provinz Bozen übergegangen.

Fünftes Museum in Planung

Der Extrembergsteiger Messner, der alle 14 Achttausender der Welt bezwungen hat, besitzt drei Museen in Südtirol: Das MMM Schloss Juval im Vinschgau, das MMM Museum Dolomites in Cadore und das MMM Ortles in Sulden am Fuße des Ortler, in dem Eis, Schnee und Gletscher im Mittelpunkt stehen. Ein fünftes Museum zum Thema Bergvölker ist in Planung. Schloss Sigmundskron soll das Herzstück aller Messner-Museen werden, hieß es.

Investitionen in Höhe von 30 Millionen Euro

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 30 Millionen Euro. Den Ausbau der uralten Mauern finanzierte das Land Südtirol. Dafür muss Messner die Ausstellung 30 Jahre ohne Subventionen betreiben. So wird das Museum zu seinem 15. Achttausender. "Hier kann ich nicht umkommen, sondern nur pleite gehen", sagt Messner. Nicht nur ein finanzielles Risiko ist der Extrembergsteiger mit diesem Unternehmen eingegangen, auch sein Ruf in der Bevölkerung hat es nicht unbedingt verbessert. Jahrelang gab es heftigen Widerstand gegen sein Vorhaben. Kritiker befürchteten, er würde ein "Messner-Mausoleum" errichtet.

Reinhold Messner ist einer der bekanntesten Alpinisten und Abenteurer der Welt. Neben den Bergbesteigungen organisierte er auch zahlreiche Aufsehen erregende Expeditionen, wie etwa seine Durchquerung der Antarktis mit Arved Fuchs fast ohne technische Hilfsmittel (1989) oder seine fast 2000 Kilometer lange Durchwanderung der Wüste Gobi in der Mongolei (2004).

Das Bergmuseum Firmian ist täglich außer montags von 10.00 bis 1800 Uhr geöffnet. Mehr Infos unter www.messnermountainmuseum.de

DPA / DPA
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