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Ruhrgebiet und Istanbul: Enge Kooperation der Kulturhauptstädte

Die Macher der Kulturhauptstadt im Ruhrgebiet wollen in diesem Jahr eng mit der türkischen Metropole Istanbul zusammenarbeiten.

Die Macher der Kulturhauptstadt im Ruhrgebiet wollen in diesem Jahr eng mit der türkischen Metropole Istanbul zusammenarbeiten. Rund 25 der insgesamt 300 Ruhr.2010-Projekte seien als Kooperation mit dem Programm Istanbuls geplant oder befassten sich mit der Situation Türkischstämmiger in Deutschland und ihrer Heimat, sagte ein 2010-Sprecher am Samstag. "Eine intensivere Zusammenarbeit gab es noch nie", sagte Asli Sevindim, eine von vier Künstlerischen Direktoren bei der Ruhr.2010 und zuständig für den interkulturellen Austausch.

Mit einem Feuerwerk über dem Goldenen Horn und einer großen Eröffnungsshow sollten die Feiern in Istanbul am Samstagabend beginnen. Istanbul ist in diesem Jahr dritte Kulturhauptstadt, nach Essen mit dem gesamten Ruhrgebiet und der ungarischen Stadt Pécs. In diesem Jahr sind in Istanbul mehr als 400 Kunst- und Kulturprojekte geplant, darunter Ausstellungen, Tanz, Theater und Konzerte. Istanbul präsentiert sich als orientalisch-europäische Weltstadt, die an eine chancenreiche Zukunft glaubt. "Istanbul, die inspirierendste Stadt der Welt, will ihre Energie mit der Türkei und dem Rest der Welt teilen", hatte der Vorsitzende des Vorbereitungskomitees, Sekib Avdagic, bei der Vorstellung des Eröffnungsprogramms gesagt.

Erste europäische Kulturhauptstadt war 1985 Athen. Der Titel wird vom Europäischen Rat jedes Jahr mindestens einer europäischen Stadt verliehen. Damit soll bei den Europäern ein Bewusstsein ihres gemeinsamen kulturellen Erbes geschaffen werden. Istanbul, die Wirtschafts- und Kulturmetropole am Bosporus, ist die mit Abstand größte und bedeutendste Stadt der Türkei. Ihre Lage auf zwei Kontinenten ist so einzigartig wie ihre mehr als 2000 Jahre alte Geschichte.

Das Ruhrgebiet wird stark von Türken und ihrer Kultur mitgeprägt. Allein in Nordrhein-Westfalen leben etwa 900 000 Menschen türkischer Herkunft, davon etwa die Hälfte im Ruhrgebiet. In einem Ruhr.2010-Projekt bearbeiten Künstler aus beiden Ländern und aus Griechenland den antiken Prometheus-Stoff. Die Stücke werden in der Hagia Irene in Istanbul, auf der Zeche Zollverein und auf Epidauros in Griechenland aufgeführt.

Unter dem Motto "Temporäre Stadt" befassen sich Studenten aus Istanbul, von Ruhr-Universitäten und aus der dritten Kulturhauptstadt Pecs in Ungarn mit modernen Ballungsräumen und schlagen Verbesserungen etwa zur Verkehrsführung vor. Es gibt auch kleine Projekte wie "Wiegenlieder", in dem Schlaflieder aus den beiden und anderen Ländern in der Duisburger Mercatorhalle aufgeführt und auf ihre kulturelle Aussagekraft geprüft werden.

DPA / DPA
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