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M. Beisenherz: Sorry, ich bin privat hier: Immer einer zu viel - über Eitelkeit und Donald Trump

Eitelkeit kann echt gefährlich werden. Ich habe das in den 90er Jahren auf der Kirmes gelernt. Donald Trump ist noch dabei.

Eine Kolumne von Micky Beisenherz

 Und plötzlich lieg ich da, mitten auf der dreckigen Fahrfläche des Autoscooters. Vor all den MitTeenies. Der Kopf röter als die unzähligen Glühbirnen. Aus den Boxen knallt "Lambada", während ich im Coolness-Limbo gerade eine neue Tiefstmarke gesetzt habe. Ich hätte auch den normalen Weg außenrum gehen können. Aber nein, ich musste so lässig wie möglich die Abkürzung über die schmierig-ölige Fahrbahn nehmen. Natürlich lege ich mich vor aller Augen auf die Fresse, stehe schnell auf, klopfe mir die Hose ab und gehe so rasch wie möglich heim. Kirmes ist vorbei. Bis nächstes Jahr.

Immer einer zu viel. Auch ist gerade auf dem besten Wege, über den Autoscooter-Boden zu rutschen, bildlich gesprochen. Es reicht dem Turbo-Narzissten nicht, die Wahl zu gewinnen. Nein, nein. Er muss sich noch mehr erhöhen, indem er seinen Vorgänger vernichtet. Er will ihn beschädigen, will seine Krankenversicherung stoppen, wirft Obama vor, ihn abgehört zu haben. (Wozu eigentlich? Wenn ich alle Abgründe von Trump erfahren will, folge ich ihm bei Twitter.)

"Hey, Leute, wer hat denn jetzt Kennedy erschossen?"

Das war womöglich einer zu viel. Nicht nur, dass das FBI verkündet, es gebe keine Anhaltspunkte für eine Abhöraktion und stattdessen die Kontakte von Trumps Team nach Russland untersucht, nein: Auch mit der Idee einer neuen Krankenversicherung ist er krachend gescheitert, vor den eigenen Leuten.

Das muss man sich mal vorstellen: Er ist der mächtigste Mann der Welt (nach Putin). Er ist in der Position, Fragen zu stellen wie "Hey, Leute, wer hat denn jetzt Kennedy erschossen?" oder "Was für ein extraterrestrisches Gekröse versteckt ihr da in Area 51?" Aber was interessiert ihn?

"Wie waren die Quoten von Schwarzenegger?"

Es ist so traurig. Eitelkeit schlägt Intelligenz. Immer.

Nehmen wir nur Wendelin Wiedeking. Viel gefeierter Manager. Bringt zu Beginn seiner Mission sogar eigenes Kapital ein, um die angeschlagene Marke wieder nach vorn zu bringen.

Das gelingt. Und wie das gelingt. Besser stand das Unternehmen nie da. Was für ein Typ!

Aber es reicht nicht. Jetzt muss Porsche auch noch VW schlucken.

Das ist einer zu viel, und der Alte (Piëch) nimmt Wendelin mit Wumms aus dem Spiel, sodass er sich vor aller Augen eine blutige Nase holt.

Rattenrennbahn Ego. Immer lauter. Immer schneller. 

Eitelkeit. Immer wieder Eitelkeit. Der Garant für größtmögliches Unglück. In den schönsten Yachthäfen Europas sitzen in diesem Moment ein paar Herren an Bord ihrer schwimmenden Campingwagen und genießen das Leben – bis ein dickerer Pott einläuft. Dann denken sie nur noch darüber nach, wie zur Hölle sie schnell an ein größeres Boot kommen. Es ist so traurig.

Rattenrennbahn Ego. Immer lauter. Immer schneller. Immer vorner. Flüchtige Bankräuber, die gefasst werden, weil sie Selfies von sich in Rio posten. Irgendwas is immer.

Volkskrankheit Eitelkeit. Soziologen bemerken, dass speziell die Generation der Millennials zunehmend vom digital unterstützten Narzissmus befallen ist.

Morbus Ken. Alle sehen, wie schön wir sind. Allein, die Fortpflanzung fällt flach. Während wir uns noch über die 800 Likes für unsere neuen Sneakers freuen – sterben wir einfach aus.

Das hätte der Evolution gern schon einfallen dürfen, bevor Trump geboren wurde.

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Wie heißt der Film?
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