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"Hurricane" - das neue Album: Das Comeback der Grace Jones

Ganze 19 Jahre nach ihrem letzten Album kehrt Grace Jones, die Ikone der Achtziger, mit einer neuen Platte zurück. "Hurricane" heißt das Werk und Miss Jones präsentiert sich darauf so, wie man sie kennt: selbstbewusst, zeitlos und ein wenig angsteinflössend.

Von Ingo Scheel

Wiedergänger haben Saison: AC/DC meldeten sich jüngst nach acht Jahren mit neuem Album zurück, Westernhagen steht zum 60. Geburtstag im Dezember in den Startlöchern. Selbst Axl Rose und das, was einst Guns N' Roses war, hat sich doch noch dazu durchgerungen, das sagenumwobene "Chinese Democracy"-Album auf den Markt zu bringen. Da fügt sich das nächste Comeback doch fast nahtlos in den Pop-Kanon dieser Tage ein. Ladies and Gentlemen: Miss Grace Jones!

Aus dem Universum
Fast zwei Jahrzehnte nach ihrem letzten Album "Bulletproof Heart" (1989) kehrt die mittlerweile 60-Jährige auf den Radar zurück. "Hurricane" heißt die neue Platte und die klingt äußerst selbstbewusst: Hier werden keine neuen Formeln ersonnen oder zeitgenössische Codes zu entschlüsseln versucht – hier nimmt eine eigenständige Künstlerin einfach den Faden wieder auf.

"Aus dem Universum", antwortet die Sängerin selbst auf die Frage, wo sie denn nach all den Jahren herkommt und das ist eben so wahr wie es business as usual ist: So ganz von dieser Welt wirkte Miss Jones auch in ihrer Hochzeit Mitte der 80er Jahre nicht. Sie küsste Dolph Lundgren, flirtete mit Andy Warhol und die Karriere des französischen Illustrators Jean-Paul Goude wäre ohne sie als Muse, Model und zeitweilige Lebensgefährtin mit Sicherheit weniger spektakulär verlaufen. Als teuflische Schönheit May Day jagte sie James Bond einst den Eiffelturm hinauf und als wäre das alles nicht schon genug für zwei Karrieren, setzte sich auch noch musikalische Fixsterne in den Pop-Kosmos der Achtziger.

Bewunderung und ein wenig Angst
Bis heute glänzen die Augen von Pop-Theoretikern, geraten Soundforscher ins Schwärmen beim bloßen Erwähnen von Songtiteln wie "Slave to the Rhythm" oder "Warm Leatherette", ballte sich hier doch alles, was die Kernalben der 80er Jahre ausmachte: Die Großkotzigkeit und Arroganz von Frankie goes to Hollywood, die Androidenhaftigkeit eines Max Headroom ebenso wie der Exhibitionismus eines Iggy Pop. Produziert von Trevor Horn (Frankie goes to Hollywood, Propaganda) stellte Grace Jones den neonlichtkühlen Gegenentwurf zur Bubblegum-Androgynität von Boy George und in die Bewunderung für sie mischte sich immer auch ein wenig Angst vor diesem Popart-Raubtier auf zwei Beinen.

Ein Typus, so scheint es, der bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat, im Gegenteil - als letzte Woche in Liverpool die MTV Awards vergeben wurden, schmückte Grace Jones, kameramagnetisch wie eh und je, die Laudatorenriege neben Künstlern wie Bono, 30 Seconds to Mars und Katy Perry. War sie in den letzten Jahren mal hier auf einer Modemesse, mal dort auf einer Preisverleihung aufgetaucht, scheint sie jetzt wieder dauerhaft zurück zu sein. Sowenig die Grande Dame selbst sich jedoch gewandelt haben mag - die Popwelt hat sich ein Stück weitergedreht. Neben dem vorprogrammierten Görentum von Katy Perry und Pink wirkte Grace Jones nahezu bodenständig. Auch eine Art von Extravaganz.

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo